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Umwelttipp Wohnen

Fussball schauen, Füsse hochlagern und gleichzeitig mit einem Griff das Bier aus dem Kühlschrank greifen? Klingt verlockend, aber unrealistisch? Das Tiny House macht‘s möglich.

Kurze Wege nehmen wir uns in vielen Lebensbereichen zum Ziel. Doch beim Wohnen gilt je grösser, desto besser. In der Schweiz beträgt die durchschnittliche Wohnfläche pro Person 46 Quadratmeter (2017). Allein zwischen 1970 und 2013 hat die durchschnittliche Wohnfläche pro Person um 11 Quadratmeter zugenommen. Wir leben also auf recht grossem Fuss. Das hat verschiedene Gründe. Zum einen bleiben rüstige Seniorinnen und Senioren heute länger in ihren Wohnungen und Häusern, andererseits können sich die Schweizerinnen und Schweizer mit zunehmendem Wohlstand mehr Wohnraum leisten. Aber machen eine grössere Stube, eine Loggia und ein Walk-in-Kleiderraum auch glücklicher? Nicht, wenn man Glücksforschern glaubt. Beziehung, Freundschaft, Gesundheit und Beruf werden da regelmässig als wichtigere Indikatoren genannt. Mehr Wohnraum steht zudem für einen höheren persönlichen Ressourcenverbrauch – und den gilt es zu verringern, wenn wir unseren Kindern eine halbwegs intakte Umwelt hinterlassen wollen. In Zukunft sind also suffizientere Wohnformen gefragt: Ein Umzug vom Eigenheim in eine Wohnung, wenn die Kinder ausgeflogen sind oder die Gründung einer Alters-WG. Inspiration für einen kreativen Umgang mit dem Thema bieten Minihäuser, sogenannte «Tiny Houses». Minihäuser setzen auf Reduktion: Alles hat seinen Platz, kein Platz ist verschwendet. Natürlich sind Minihäuser nicht die Lösung für alle. Sie bieten aber auf jeden Fall einen guten Denkanstoss, um sich damit auseinanderzusetzen, wie viel Wohnraum man für ein gutes Leben wirklich braucht.

Weiterführende Links:
http://kleinwohnformen.ch/

 

 

Umwelttipp Haushalt

Die Frühlingssonne bringt es ans Licht: Der vergangene Winter hat mit schmierigen Streifen und Staubschichten seine Spuren auf den Fenstern hinterlassen. Wer seine Scheiben umweltfreundlich wieder zum Strahlen bringen will, hat ganz einfache Optionen.

Die wenigsten von uns würden Fensterputzen als Lieblingsbeschäftigung bezeichnen. Den Frühling wollen wir aber trotzdem ganz scharf sehen. Keine schmutzigen Fensterscheiben sollen den Blick nach draussen trüben. Also ran an die Arbeit. Für den Fensterputz wirbt ein reiches Angebot an konventionellen Putzmitteln, die in Sachen Sauberkeit das Blaue vom Himmel herunter versprechen. Solche Produkte setzen auf chemische Hilfsmittel, die sich negativ auf Umwelt und Gesundheit auswirken können. Streifenfreier Glanz geht aber auch ohne schädliche Auswirkungen. Biologisch abbaubare Reinigungsmittel sind eine Alternative.

Was viele aber nicht wissen: Der Begriff «biologisch abbaubar» bezieht sich lediglich auf die Reinigungssubstanzen und nicht unbedingt auch auf die Farb- und Duftstoffe. Strenge Vorschriften bezüglich Abbaubarkeit und Inhaltsstoffen garantieren Ökolabel wie Ecocert, der Blaue Engel oder Oecoplan. Ausserdem gilt: Wer Reinigungsmittel sparsam nutzt, hilft mit, die Umwelt weniger zu belasten. Noch nachhaltiger unterwegs ist, wer Retro putzt: Als noch keine chemischen Hilfsmittel zur Verfügung standen, nutzten unsere Grossmütter das Wundermittel Essig zur Reinigung. Essig ist im Wasser leicht abbaubar. Ein paar Tropfen davon im Wasserbecken reichen schon, um Ablagerungen auf den Scheiben zu entfernen.

Weiterführende Links:
www.labelinfo.ch
www.siegelklarheit.de
nachhaltigleben.ch: Umweltfreundlich putzen ohne Chemie
Energie-umwelt.ch: Reinigungsmittel

 

Umwelttipp Garten

Wer einen Garten hat, der weiss: Im Sommer gibt es viel zu tun. Und damit einem nicht alles über den Kopf wächst, wird gerne schon früh im Jahr der Rasenmäher vorgefahren. Doch für die Natur wäre etwas mehr Geduld besser.

Ein gleichmässig kurzgeschnittener Rasen hat seinen Reiz. Man kann darauf besser barfuss gehen und spielen, und er bietet einen ordentlichen Anblick. Käfer, Bienen und Schmetterlinge sehen das jedoch anders. Für sie ist ein englischer Rasen praktisch wertlos, denn sie finden darauf weder Nahrung noch Nistmöglichkeiten. Insbesondere Insekten werden nicht selten direkt Opfer der Mähmesser. Das ist nicht ideal, denn Insekten stehen unter Druck. Ihr Bestand ist in den letzten 30 Jahren bereits um 75 Prozent zurückgegangen. Insekten mögen manchmal lästig und oft auch unsichtbar sein, ihr Einfluss auf unsere Ökosysteme ist jedoch riesig. Wer seine Wiese etwas seltener mäht, kann schon einen grossen Unterschied machen. Wer zwischen den Mähintervallen vier bis sechs Wochen vergehen lässt, erlaubt einigen Blumen und Gräsern zu blühen und den Nektar zu produzieren, den Schmetterlinge und Bienen brauchen, bevor sie wieder gestutzt werden. Wer hingegen sogar bis Mitte Juli mit dem Mähen wartet, outet sich als echter Botschafter für die Biodiversität. Bis dahin ist das Nahrungsangebot nämlich so reich, dass sich Insektenbestände vervielfachen. Blumen können blühen und sich versamen. Nichtstun wird damit zum aktiven Beitrag für Naturschutz.

Ausserdem: Wer nicht so lange warten kann, lässt beim Mähen einfach einen breiten Wiesenstreifen oder eine Insel stehen. So finden viele Tiere konstant Verstecke und Nahrung und die blühenden Flecken erfreuen auch das Auge.

Weiterführende Links:
So legen Sie eine Wildblumenwiese an
Mission B – für mehr Biodiversität

Um die Artenvielfalt steht es gut in der Schweiz – oder? 74 Prozent der Schweizer Bevölkerung sind dieser Meinung. Doch weit gefehlt. Seit 1900 geht die biologische Vielfalt in der Schweiz kontinuierlich zurück und hat inzwischen ein kritisches Level erreicht. Höchste Zeit, Gegensteuer zu geben.

Biodiversität bezeichnet die Vielfalt der Lebensräume, der Arten und der Gene sowie deren Interaktionen. Damit beschreibt Biodiversität die Vielfalt des Lebens genial in einem einzigen Wort. Sie ist unsere Lebensversicherung, denn wenn es ihr gut geht, geht es auch uns gut. Die Schweiz ist durch ihre geografische Lage reich an unterschiedlichen Lebensräumen. Doch fast die Hälfte davon ist inzwischen bedroht. Besonders gefährdet sind feuchte, trockene oder nährstoffarme Lebensräume. So sind in den vergangenen 80 Jahren zum Beispiel rund 95 Prozent der Trockenwiesen und -weiden in der Schweiz verschwunden. Pro Natura hat in einer kleinen Fotoserie eindrücklich aufgezeigt, wie sich Blumenwiesen in nur 20 Jahren radikal verändert haben. Die Zeit ist reif für gemeinsames Engagement auf allen Ebenen. 2017 hat der Bundesrat einen Aktionsplan Biodiversität verabschiedet. Das persönliche Engagement für die Natur kann aber auch schon im Kleinen vor der eigenen Haustür beginnen: Wer auf dem Balkon oder im Garten Wildblumen ansäht, kann je nach Fläche und Standort bis zu 40 unterschiedlichen Blumenarten eine Heimat bieten. Mit der Vielfalt der Blumen steigt erwiesenermassen auch die Präsenz tierischen Lebens über und unter der Erde um ein Vielfaches. Ihr Garten wird bunt, wild und tierreich – der ideale Standort für kleine Safaris im Alltag. Der gepflegte Rasen der Nachbarn wirkt dagegen plötzlich wie ein artenarmer Vorstadt-Teppich.

Weiterführende Links:

BirdLife Schweiz: Natur ums Haus

Pro Natura: Artenreiche Wiesen und Weiden

SRF: missionb.ch

 

Rote Rosen gehören zum Valentinstag wie der Schoko-Hase zu Ostern. Dabei ist Februar eine denkbar ungünstige Zeit, um sie zu verschenken. Zum Glück bieten sich kreativen Blumen¬freunden auch nachhaltigere Alternativen, unter anderem in Bombenform.

Auch in der Schweiz wird am Valentinstag die Liebe gefeiert. Neben Schokolade gehören Rosen zu den beliebtesten Valentinsgeschenken. Kein Wunder, gilt die Rose doch als Synonym für die Liebe und das Leben. Über eine Million Rosen gehen am 13. und 14. Februar über die Ladentische, mehr als an jedem anderen Tag im Jahr. Bis sie zum Zeichen der Wertschätzung werden, haben sie einen weiten Weg hinter sich.
Warum, zeigt ein Blick aus dem Fenster: Hier blüht zurzeit nicht gerade viel. Die meisten Blumen kommen also aus dem Gewächshaus oder mit dem Flugzeug in die Schweiz. Die Rosen, die bei uns in den Verkauf kommen, stammen meist aus Afrika oder Südamerika. Zwar stammt bei den Grossverteilern – anders als bei vielen Blumenfachgeschäften – der grösste Teil der Rosen aus fairer Produktion. Der lange Transport mit dem Flugzeug ist aber alles andere als umweltfreundlich. Flugzeuge stossen grosse Mengen an Treibhausgasen aus und sind damit mitverantwortlich für den Klimawandel.
Wer im kalten Februar auf Nachhaltigkeit setzen will, muss aber nicht auf Blumen verzichten. Eine originell verpackte Tüte Wildblumensamen oder Sonnenblumensamen zeigt saisonale Aufmerksamkeit und Wertschätzung, wenn es darauf ankommt. Und als Liebesbeweis sind die kleinen Bomben mit Sonnenblumen und Wildblumen ohnehin um vieles nachhaltiger als ein Strauss Rosen – sie halten einen ganzen Sommer!

Übrigens: Wer unbedingt jetzt schon Blüten schenken möchte, kann beispielsweise einheimische Obstaum- oder Weidenäste besorgen, die einmal in der warmen Wohnung eingestellt mit ihren zartgrünen Blättern oder Blüten für Frühlingsgefühle sorgen.

Weiterführende Links:
wildbee.ch: Bomben für mehr Natur >>
Die Stadtgärtner: Samenbomben-Bausatz >>

In der Schweiz haben wir es gern ordentlich, das gilt auch für den Garten. Viele Tiere, die sich in Gärten tummeln, mögen genau das Gegenteil, zum Beispiel der Igel. Schon ein wenig kreative Unordnung kann ihm Unterschlupf für den Winterschlaf bieten.

Die letzten Äpfel sind geerntet und Bäume und Sträucher werden langsam kahl. Für viele Gartenbesitzer steht nun das Aufräumen an. Ein ordentlicher Garten macht Eindruck – allerdings nicht bei der Natur. Denn oft geht vergessen, dass wir nicht die einzigen sind, die unsere Gärten als Lebensraum nutzen. Neben Vögeln, Eidechsen und Fledermäusen bieten sie auch für den Igel ein Zuhause. Die kleinen Vierbeiner sind nachtaktive Tiere und können in einer Nacht bis zu 5 Kilometer zurücklegen. Weil sie die kalte Jahreszeit im Winterschlaf verbringen, sind sie im Herbst auf der Suche nach einem bequemen Bett.
Ein picobello aufgeräumter Garten kommt ihnen nicht entgegen. Dabei stellen Igel an sich keine hohen Ansprüche. Das macht es für Gartenbesitzer und -besitzerinnen einfach, den sympathischen Stacheltieren ein Winterquartier zu bieten. Ein Laubhaufen von einem halben Meter Höhe genügt schon als Unterkunft. Dabei gilt: Je grösser der Haufen, desto besser die Wärmeisolation. Beschweren Sie den Haufen zusätzlich mit ein paar dünnen Ästen, kommt dies geradezu einer Einladung gleich. Ausserdem verstecken sich im Laub auch Würmer und Insekten. Sie dienen dem Igel als Nahrung, falls er seinen Winterschlaf kurz unterbricht und Appetit auf einen Snack hat.

Ausserdem: Wer Igeln auch im Sommer ein Zuhause bieten möchte, setzt auf Hecken und einheimische Sträucher mit tiefliegenden Ästen – und verzichtet auf Fadenschneider.

Weiterführende Links:
Igelzentrum >>

Nichts trübt im Juni die Freude an Garten und Balkon – bis sich Schädlinge breitmachen. Blattläuse und Co. sind lästig. Wer sie umweltfreundlich wieder loswerden will, macht sich die Feinde seiner Feinde zu Freunden.

Gibt es Schöneres, als den eigenen Blumen und dem eigenen Gemüse beim Wachsen und Blühen zuzusehen? Doch während sich Hobbygärtner und -gärtnerinnen entspannt zurücklehnen, stehen andere in den Startlöchern: Blattläuse, Trauermücken, Spinnmilben und Weisse Fliegen finden einen reich gedeckten Tisch und sorgen für Frust auf dem Balkon und im Garten. Der Griff zur Chemie liegt nahe. Doch wer die Schädlinge mit chemischen Pflanzenschutzmitteln bekämpft, wird sie zwar schnell los, nimmt aber Verluste in Kauf: Durch die Rückstände auf Blüten und Blättern können auch freundliche Insekten wie Bienen und Hummeln auf der Strecke bleiben.
Mit dem Regen gelangen die Giftstoffe zudem in die Erde, wo sie weiteren Schaden anrichten. Das muss nicht sein. Wer die ökologische Vielfalt im Blick hat, hilft beim Kampf gegen die Spielverderber mit deren natürlichen Feinden nach. Sogenannte Nützlinge sind Organismen (oder: Insekten und Spinnentiere), die Pflanzen auf natürliche Weise von Schädlingen befreien. Unter idealen Bedingungen kann zum Beispiel die Larve des Marienkäfers bis zu hundert Blattläuse täglich erledigen.
Auch Gartencenter nutzen immer öfter diesen Weg, um umweltbelastende Nebenwirkungen zu vermeiden. Im Fachhandel findet sich fast für jeden Plagegeist ein Gegenspieler. Einfach bequem bestellen, per Post liefern lassen, aussetzen und abwarten. Dagegen kann die Chemiekeule einpacken.

Weiterführende Links:
Biogarten Andermatt >>
Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) >>

Die Natur ist im Moment ganz schön produktiv. Doch spriessen nicht nur der Bärlauch im Wald und die Osterglocken im Beet, sondern auch das Unkraut im Rasen und auf Kieswegen. Da kann der schnelle Griff zur Giftspritze schon mal verlockend sein – er lohnt sich aber trotzdem nicht.

Ein gepflegter Garten verspricht Erholung pur. Vorwitzige Kräuter, die am Wegrand und in Beeten spriessen, und hartnäckige Moose in Pflasterfugen passen für viele nicht in das Bild des perfekten Gartenidylls. Manch einer rückt den unliebsamen Pflänzchen mit Unkrautvertilgungsmitteln, sogenannten Herbiziden, zu Leibe. Deren Einsatz bringt aber neue Probleme mit sich. Denn viele der Wirkstoffe sind giftig und gelangen mit der Spritzbrühe in die Kanalisation oder ins Grundwasser, wo sie Kleinlebewesen und Pflanzen schädigen oder das Trinkwasser verunreinigen. Der Einsatz von Herbiziden auf öffentlichen Strassen, Wegen und Plätzen ist deshalb verboten.

Was viele nicht wissen: Auch im eigenen Garten sind sie nicht überall erlaubt. Auf Wegen, Plätzen sowie Terrassen und Dächern ist der Herbizideinsatz nicht erlaubt. Lediglich auf bewachsenem Boden, also in Beeten und auf dem Rasen, sind Herbizide nach wie vor erlaubt, können dort aber Bodenlebewesen und benachbarten Pflanzen schaden. Darum gilt: Wer seinen Garten unkrautfrei bevorzugt, setzt statt auf die Giftspritze aufs altbewährte Jäten. Leichter hat es, wer sich mit dem sogenannten Unkraut anfreundet. Viele dieser Pflanzen sind nützlich oder sogar eine gesunde Ergänzung für den Speiseplan. Haben Sie schon einmal Löwenzahnsalat oder Brennnesselnocken probiert? Und warum nicht das ungenutzte Rasenstück in eine pflegeleichte Wildblumenwiese verwandeln? Ein Unkraut ist nur, was wir als solches definieren. Die Schönheit liegt hier wie so oft im Auge des Betrachters.

Weiterführende Links:
Bundesamt für Umwelt BAFU: Pflanzenschutzmittel
Stopp dem Giftzwerg >>

Umwelttipp Konsum

Orange Fratzen stehen auch hierzulande am 31. Oktober immer öfter vor Fenstern und Eingangstüren. Der Kürbis an Halloween ist ein tolles Beispiel dafür, wie sich Spass und Nachhaltigkeit kombinieren lassen.

Bald stehen wieder verkleidete Kinder vor der Tür: Süsses oder Saures? Halloween war ursprünglich ein irischer Brauch, der von Einwanderern in die USA gebracht wurde. Inzwischen finden auch Kinder in der Schweiz zunehmend Freude am Verkleiden und an der Jagd auf Süssigkeiten. Nichts steht jedoch so sehr für Halloween wie der Kürbis. Ausgehöhlt, mit gruseliger Maskenschnitzerei verziert und hell erleuchtet lehrt er Klein und Gross das Fürchten. Doch woher kommt der Kürbis? Und was passiert mit dem Inhalt? Natürlich ist der Kürbis nicht zufällig das Symbol für Halloween. Kürbisse sind im Herbst reif, sie passen saisonal zum Anlass. Die eigentliche Attraktion – die Hülle – ist jedoch nur ein Nebenprodukt. Die Überraschung steckt im Innern. Das Fruchtfleisch ist reich an lebenswichtigen Vitaminen, Ballaststoffen, Magnesium, Kalium und Zink – ein richtiges Superfood. Es wäre eine Verschwendung, den Inhalt nicht zu nutzen. Mit wenig Aufwand lässt sich daraus zum Beispiel eine leckere Kürbissuppe herstellen. Die Kerne kommen für die Suppe mit in den Mixer oder werden – geröstet – zum gesunden Snack. Weil Kürbisse im Oktober Saison haben, lohnt sich auch ein Blick auf die Herkunft. Am besten stammen sie aus lokaler Produktion. Viele Bauern bieten sie ab September im Hofverkauf an, da kann man sich selber einen aussuchen. Und dann geht’s ans Schnitzen – je gruseliger, desto besser.

Ausserdem: Auch zum Billigkostüm aus dem Supermarkt gibt’s Alternativen, zum Beispiel den Vogelscheuche-Look. Mit etwas Geschick sehen gefärbte und bemalte alte Kleider – eigene oder aus dem Brocki – schräger aus, als die Vorlagen aus dem Supermarkt. Oder der Kostümverleih hilft aus fürs originelle Gruselkabinett.

Weiterführende Links:
Magazin Naturehome: Halloween nachhaltig feiern
Familienleben.ch: Wie man Halloween-Kostüme selber bastelt
Utopia.de: Was man mit dem Kürbis alles machen kann (Bildergalerie)

 

Wenn im Herbst Caquelon und Raclette-Ofen ausgepackt werden, schwingt ein gutes Stück Tradition mit, die Schweiz ist schliesslich auch ein Käseland. Wir essen viel davon – und immer mehr. Doch zu viel Käse ist nicht nur für Fondue-Fans schwer verdaulich.

Fondue und Raclette stehen nicht nur für Gemütlichkeit. Weil man sie selten alleine isst, stehen sie auch für herzhafte Geselligkeit. Man sitzt beisammen, plaudert und isst langsam, lange – und viel. Stolze 186‘000 Tonnen Käse verzehrten wir Schweizerinnen und Schweizer im vergangenen Jahr. Das entspricht über 21 Kilogramm pro Person. Dass die winterlichen Käsespeisen nicht zu den gesündesten Mahlzeigen gehören, spürt man spätestens nach der Schlemmerei, wenn der geschmolzene Käse schwer im Magen liegt. Mitverantwortlich dafür ist der hohe Fettgehalt. Mahlzeiten wie Fondue und Raclette, die Käse als Hauptzutat haben, schenken also kräftig ein. Doch auch das Klima freut sich nicht, denn die Käseproduktion hat keine gute CO2-Bilanz. Grund dafür ist das Futter für die Kühe, denn die Herstellung von Viehfutter ist aufwendig. Sie braucht viel Fläche und meist kommen Düngemittel und Pestizide zum Einsatz. Im Verhältnis zur Menge an Futter, die sie vertilgen, produzieren Kühe jedoch relativ wenig Milch. Um Käse herzustellen, braucht es wiederum eine ganze Menge Milch: In einem Kilogramm Käse stecken bis zu zwölf Liter. Es ist also recht viel Aufwand nötig, bevor am Ende der Käse über die Kartoffeln fliesst. In der Wirtschaft würde man von einer sehr ineffizienten Produktion sprechen. Trotzdem müssen wir die Nationalgerichte nicht gleich abschaffen. Wie so oft, sind Herkunft, Qualität und Menge ein wichtiges Kriterium. Käse und Kartoffeln aus lokaler Produktion, am besten in Bio-Qualität, machen einen wichtigen Unterschied. Und wer Fondue und Raclette nur ab und zu und in Massen geniesst, schont nicht nur seine Gesundheit, sondern auch das Klima.

Weiterführende Links:
wir essen gesund

Was im lauen Sommerregen weniger stört, wird im Herbst zum echten Problem: Nasskalte Füsse dank durchlässigen Schuhen. Imprägniersprays sorgen für schnelle Abhilfe. Ganz unproblematisch sind die Chemiekeulen aber nicht. Zum Glück gibt es Alternativen.

Nasses Herbstwetter schlägt nicht nur auf die Laune, es tropft auf unsere Schuhe und sammelt sich in Pfützen. Ein falscher Tritt und das war‘s mit unseren trockenen Füssen. Aber halb so schlimm. Damit das nicht passiert, gibt’s schliesslich Imprägniersprays oder -creme. Laut Anleitung sollen die Sprays nur im Freien auf die Schuhe gesprüht werden – das klingt verdächtig! Es lohnt sich, vor dem Auftragen ein Blick auf die Inhaltsstoffe zu werfen. Tatsächlich enthalten die meisten handelsüblichen Mittel sogenannte perfluorierte Chemikalien, kurz PFC. Das sind künstlich hergestellte Verbindungen von Fluor und Kohlenstoff. Sie sind praktisch, weil sie wasserabweisend wirken – und zwar dauerhaft. Das ist gut für die Schuhe, aber ungünstig für die Umwelt. PFC-Verbindungen sind so stabil, dass sie in der Natur kaum abgebaut werden und sich entlang von Nahrungsketten ansammeln. Zwar ist Creme in jedem Fall Spray vorzuziehen, weil beim Auftragen weniger Gift direkt in die Umwelt gelangt. So wurde PFC auch schon in der Leber von Eisbären und im Blut von Babys nachgewiesen. 

Aber eigentlich braucht es gar keine Chemie, denn es gibt verschiedene umweltfreundliche Alternativen. Wer genau hinschaut, findet im Handel PFC-freie Imprägnier-Produkte, zum Beispiel von Nikwax oder Toko. So bleiben die Füsse trocken und die Umwelt sauber.
 
Weiterführende Links:
Natürlich: So imprägnieren Sie Schuhe mit essigsaurer Tonerde
Utopia.de: So imprägnieren Sie Schuhe mit Melkfett und Bienenwachs
Nikwax: Imprägnieren ohne PFC
Toko: Imprägnieren ohne PFC

Wissen Sie, wo Ihr Essen herkommt? Falls Sie jetzt unsicher sind, lohnt sich ein Besuch auf dem Bauernhof. Viele Bauernhöfe in der Schweiz verkaufen ihre Produkte direkt vom Feld, oft ohne Verpackung und garantiert lokal.

Hofläden liegen im Trend. In der Schweiz verkauft bereits jeder fünfte Bauernbetrieb Produkte direkt ab Hof. Kartoffeln, Zwiebeln und frisches Gemüse ? für die Bauern kann der Direktverkauf eine attraktive Lösung sein. Zwischenhändler fallen weg und sie erhalten einen fairen Preis. Aber auch Konsumentinnen und Konsumenten profitieren. Sie erfahren vor Ort, ob das Gemüse unter freiem Himmel wächst und deshalb saisonal ist. Das Abwägen und Recherchieren im Supermarkt fällt weg: Hat jetzt Broccoli schon Saison? Woher kommen eigentlich die Rüebli, die ich in der Hand halte? Ist es nicht zu früh für einheimische Kartoffeln? Weil die Produkte vom Feld nebenan kommen, fallen zudem nicht nur weite Transporte weg – wer seine eigene Tasche mitnimmt, kann auch Plastik- und Verpackungsfrei einkaufen. Warum also nicht einen schönen Samstag nutzen, um die Hofläden im 5-Kilometer-Umkreis abzuklappern? Gerade im Sommer wird eine grosse Vielfalt an Früchten und Gemüse angeboten – regional und garantiert saisonal. Oft locken auch hausgemachte Köstlichkeiten wie Backwaren oder Konfitüre. Wer die Umwelt im Blick hat, nutzt dafür das Velo, denn mit dem Auto verpackungsfrei einkaufen macht wenig Sinn. Wer‘s kompakter mag, schaut beim Wochenmarkt vorbei. Auch dort bieten lokale Landwirte gerne ihr frisches Gemüse an.

Ausserdem: Streicheln Sie bei Ihrem Besuch auf dem Bauernhof eine Kuh, ein Schaf oder ein Pferd. Eine Studie der Universität Ulm in Deutschland hat nämlich gezeigt, dass der Umgang mit Nutztieren hilft, Stress zu bewältigen.

Weiterführende Links:

Hofsuche: Finden Sie einen Bauernhof in Ihrer Nähe
Universität Ulm: «Stressfresser» aus dem Kuhstall

Sommerzeit ist Festivalzeit. Zwei, drei oder vier Tage Musik hören und tanzen bis in die Morgenstunden sorgen für ein ausgelassenes Lebensgefühl. Doch ist der Spass einmal vorbei, folgt die Ernüchterung - denn sind die Besucher abgereist, bleiben wahre Berge von Abfall zurück.

Sommer bedeutet für viele, Musik unter freiem Himmel zu geniessen. Zum Erlebnis gehört oft auch die Übernachtung auf dem Festivalgelände. Die grossen Musikfestivals der Schweiz locken jeweils über 100‘000 Besucher an. Die vielen Menschen hinterlassen ihre Spuren. Sind die Besucher glücklich und müde abgereist, müssen schon mal mehrere 100 Tonnen Abfall entsorgt werden. Neben Geschirr und Verpackung bleibt neuerdings auch massenhaft Ausrüstung liegen, zum Beispiel Zelte. Sie sind häufig noch in gutem Zustand, werden aber trotzdem von ihren Besitzerinnen und Besitzern zurückgelassen. Immer öfter ist dies auch Teil des Konzepts. Wegwerfzelte sind billig produziert und günstig zu kaufen. Sie nach dem Festival einfach liegen zu lassen, verursacht keinen grossen Verlust. Eine praktische Lösung für die Besucher – aber nicht so gut für die Umwelt. Auch wenn Wegwerfzelte günstig zu kaufen sind, ihre Herstellung benötigt trotzdem viel Energie und Material. Eigentlich unnötig, denn die Wegwerfgesellschaft gehört der Vergangenheit an. Ein solides Zelt setzt nicht nur ein Zeichen für Nachhaltigkeit, es ist auch eine Investition in die Zukunft, denn das eigene Zelt kann zu einem Begleiter werden, es sammelt Erinnerungen: Das Openair Frauenfeld, die Partys in Biarritz, die entspannten Ferien in Korsika. Dafür lohnt es sich allemal, etwas Zeit in den Abbau zu investieren und ein paar Kilogramm mehr nach Hause zu tragen.

Weiterführende Links:
SRF: Abfallberge aus Billig-Zelten
LoveYourTent.com

Niemand wirft gern Essen weg und doch landen in den Schweizer Haushalten jährlich über eine Million Tonnen Lebensmittel im Abfall. Ein Grund dafür sind unüberlegte Einkäufe. Mit einer Checkliste – oder einer App – lassen sich diese einfach vermeiden.

Ob am Samstagmorgen beim Grosseinkauf oder beim Zwischenstopp kurz nach der Arbeit – einkaufen berauscht unsere Sinne, ob wir das wollen oder nicht. Mit verführerischen Aktionen, Mehrfachpackungen und farbenfrohen Bildern buhlen die Supermärkte um unsere Aufmerksamkeit. Auf dem Weg durch die Gestelle verblasst die Erinnerung an die eigenen Vorräte und wir kaufen schnell und gern, worauf wir im Moment Lust haben und was die Sinne anspricht. Den Preis dafür bezahlen wir oft ein paar Tage später zuhause, wenn wir mit dem Essen nicht mehr nachkommen und die Lebensmittel verderben. Brotkorb und Kühlschrank verkommen dann zu blossen Zwischenstationen auf dem Weg vom Einkaufswagen in den Müll.
Von den 2,3 Millionen Tonnen Food Waste, die jährlich in der Schweiz anfallen, sind wir Konsumentinnen und Konsumenten für die Hälfte verantwortlich. Spontankäufe verstärken das Problem: Wir gehen einkaufen, bevor der Kühlschrank leer ist, kaufen mehr ein, als wir benötigen oder anders als wir dachten. Das ist alles andere als clever. Lebensmittelverschwendung belastet nicht nur die Umwelt, sondern kostet auch.
Dabei ist die Lösung ganz einfach: Ein Blick in den Kühlschrank und eine entsprechend angepasste Einkaufsliste – in zwei Minuten erledigt. Wer mit Liste einkauft, geht im Laden zielgerichteter vor, ist deshalb schneller fertig und hat Zeit, Geld und Ressourcen gespart. Wer‘s gerne modern mag und Listen mit der ganzen Familie teilt, nutzt Einkaufs-Apps wie «Bring!» oder «Wunderlist».

In Baden:
Restessbar >>
AZ >>
AZ >>

Weiterführende Links:
foodwaste.ch >>
Wunderlist: Clever einkaufen mit der App >>
Bring: Mehr Spass beim Einkaufen mit der App >>

Schweizerinnen und Schweizer verbrauchen viel mehr Wasser als sie denken – im Schnitt sind es täglich rund 4200 Liter pro Person. Wie ist das möglich? Das meiste davon bekommen wir gar nie zu Gesicht. Es steckt in vielen Produkten, die wir täglich konsumieren.

Kaum etwas ist in der Schweiz so selbstverständlich wie Wasser. Duschen, waschen, kochen, Zähne putzen, abwaschen und Pflanzen giessen – im Durchschnitt verbrauchen Herr und Frau Schweizer rund 142 Liter pro Person. Hinzu kommen rund 600 Liter, welche die Landwirtschaft und die Industrie in der Schweiz pro Person einsetzen. Im Wasserschloss Schweiz ist das kein Problem. In anderen Ländern steht den Menschen nur ein Bruchteil davon zur Verfügung. Entweder weil sie gegen Trockenheit kämpfen oder weil ein grosser Teil des Wassers in die Landwirtschaft fliesst.
Daran sind wir nicht ganz unschuldig. Viele Dinge, wie wir im Alltag ganz selbstverständlich nutzen, werden in trockenen Regionen produziert und ziehen dort Wasser ab. Die Herstellung einer Jeans benötigt 11'000 Liter Wasser, eines T-Shirt 2'500 Liter, 1 Kilo Rindfleisch verbraucht 15'000 Liter, 1 Kilo Reis 2500 Liter und ein Handy etwa 20'000 Liter. Rechnet man dieses sogenannte «virtuelle Wasser» zu unserem Verbrauch hinzu, ergeben sich satte 4200 Liter pro Tag.
So hinterlässt unser Wasserfussabdruck deutliche Spuren in anderen Ländern. Bei dieser Menge wird auch klar, dass eine Jeans weniger im Schrank durchaus ins Gewicht fällt. Nachhaltigkeitsbewusste Konsumentinnen und Konsumenten stellen sich deshalb beim Shoppen immer öfter die Frage: Brauch ich wirklich ein neues Paar oder häng ich der alten Jeans noch eine Saison an?

Weiterführende Links:
Virtuelles Wasser: Ein Ratgeber >>
Virtuelles Wasser: In welchen Produkten steht es drin? >>
Water Footprint: Alles über den Wasserverbrauch (Englisch) >>

Neue Smartphones zum halben Preis, 50 Prozent Rabatt auf Fernseher, Computer und Hosen, 30 Prozent Rabatt auf alle Parfüme und beim Kauf eines neuen Tablets gibt’s ein Mobiltelefon der letzten Generation gratis dazu. Kommt Ihnen das bekannt vor? Richtig, es ist Black Friday – und alle gehen einkaufen.

Am 23. November ist es wieder soweit. Auch in der Schweiz überbieten sich die Läden anlässlich des Black Friday gegenseitig mit Aktionen und Spezialangeboten. Der Black Friday stammt ursprünglich aus den USA und bezeichnet den ersten Tag nach dem Feiertag Thanksgiving, der immer auf den vierten Donnerstag im November fällt. Mit Schnäppchen, Aktionen und Sonderrabatten wird am folgenden Freitag traditionell das Weihnachtsgeschäft eingeläutet. Millionen Amerikaner nutzen den Tag zwischen Thanksgiving und Wochenende zum Shoppen und machen damit den Black Friday zum umsatzstärksten Tag im Jahr. In der Schweiz wird Black Friday seit 2015 genutzt und jedes Jahr steigen die Umsätze.

Dabei geht es auch hier nur um eines: shopping. Der Aktionstag zelebriert den Konsum und setzt uns mit unwiderstehlich anmutenden Aktionen alle unter Kaufdruck. Dabei lohnt sich ein Moment des Innehaltens. Wer am 23. November einen kühlen Kopf bewahrt, durchschaut die Marketingstrategien der Anbieter. Und ist nicht der private Konsum für 60 Prozent der Umweltbelastungen in der Schweiz verantwortlich?
Braucht man wirklich immer das allerneuste Smartphone und noch eine Jeans? Weil immer mehr Leute mehr Wert auf ein nachhaltiges Konsumverhalten legen, ist eine Gegenbewegung zum Black Friday entstanden: Der Kauf-nix-Tag. Der «Buy Nothing Day» geht auf die Idee des Künstlers Ted Dave aus Seattle zurück. Er bietet sich für alle jene an, die ein Zeichen setzen und sich das Gerangel im Ausverkauf sparen möchten.

Weiterführende Links:
ESU-services >>
Wikipedia >>
WWF Schweiz >>

Plastik ist in aller Munde. Und vom Plastikmüll in den Ozeanen gelangt manche Diskussion schnell zur in Plastik verpackten Gurke im Supermarkt. Aber hat das eine wirklich etwas mit dem anderen zu tun und was bringt der Gurke der Plastik?

Ob Tomaten, Salat oder Gurken – frisches Bio-Gemüse wird oft in Plastik verschweisst angeboten. Daran stören sich viele umweltbewusste Konsumentinnen und Konsumenten, denn Kunststoffe haben heutzutage keinen guten Ruf mehr. Kunststoffe sind aufgrund ihrer Eigenschaften sehr flexibel einzusetzen. Deshalb begegnen sie uns überall in unserem Alltag. Trotzdem steht Plastik nicht für einen nachhaltigen Lebensstil. Die meisten bringen Kunststoff mit Verpackung in Verbindung, speziell beim Gemüse.
Was vielen dabei nicht bewusst ist: Eine wichtige Aufgabe von Verpackung ist es, die Haltbarkeit der enthaltenen Lebensmittel sicherzustellen. Ohne Verpackung verderben viele Produkte schneller und landen dann im Abfall. Bei einer Gurke, die in Plastikfolie eingeschweisst ist, reduziert sich die Abfallquote von 9,4 auf 4,6 Prozent im Vergleich zu unverpackter Ware. Eine dünne Plastikfolie kann also durchaus sinnvoll sein, wenn damit Food Waste reduziert wird.
Die Verpackung trägt tatsächlich auch nur einen sehr geringen Anteil zur Umweltbelastung eines Produkts bei – in der Regel weniger als vier Prozent. Hinzu kommt, dass Plastikverpackungen in den Ökobilanzen meistens deutlich besser abschneiden als ihre Pendants aus Karton, Glas oder Stoff, weil die Produktion dieser Alternativen ungleich aufwendiger ist. Saisonalität und Regionalität des Produkts haben einen viel grösseren Einfluss auf die Umwelt. Die Bio-Gurke aus dem Plastik zu schälen, mag zwar mühsam sein. Ist die Gurke aber biologisch produziert, wiegt sie die Plastikverpackung um ein Vielfaches auf.

Weiterführende Links:
Ktipp >>

Superfoods wie Goji-Beeren und Chia-Samen sind heutzutage in aller Munde. Oft haben die exotischen Lebensmittel aber einen weiten Weg hinter sich, bis sie in unsere Supermarktregale gelangen. Das muss nicht sein! Heimische Alternativen halten locker mit den Exoten mit – und der Herbst ist die perfekte Erntezeit.

Ob Chia-Samen aus Mexiko, Açai-Beeren aus Brasilien oder Quinoa aus Peru – sogenannte Superfoods sind auch in Schweizer Küchen voll im Trend. Leider landen damit nicht nur vitamin- und mineralstoffreiche Lebensmittel auf unseren Tellern, sondern durch ihre weite Reise auch etliches CO2 in der Atmosphäre. Aber steigt denn die Wirkung mit der Exotik? Natürlich nicht! Heimisches Superfood geniesst keine grosse Marketingunterstützung, steht den Exoten bezüglich Wirkung aber in nichts nach. Ausserdem ist es in der Regel sehr viel preiswerter. Wer Chia mag, kann beispielsweise auch auf Leinsamen setzen, die ebenfalls reich an Omega-3-Fettsäuren und Ballaststoffen sind.
Frische Garten- und Wildkräuter wie Petersilie, Brennnesseln oder Löwenzahn überzeugen nicht nur durch ihre wertvollen Inhaltsstoffe, sondern wachsen bei vielen direkt vor der Haustür. Und gerade im Herbst haben bei uns drei Vitamin-C-Superstars Saison: Hagebutte, Sanddorn- und Holunderbeere. Sie sind nicht nur farbliche Hingucker, sondern machen sich auch gut in Müsli und Joghurt. Auch in Sachen Superfoods ist also das Prinzip «regional und saisonal» Trumpf – und selber ernten macht sowieso am meisten Spass.

Weiterführende Links:
Betty Bossi >>
Die dunkle Seite des Superfood >>

Gesunde Ernährung liegt voll im Trend – Proteine dürfen dabei natürlich nicht fehlen. Wer dabei auch die Umwelt im Blick hat, landet früher oder später bei den Hülsenfrüchten. Ein Blick über den Tellerrand lohnt sich.

Ob Chili, Hummus, Falafel oder Dal – in vielen Kulturen gehören Bohnen, Erbsen, Linsen und andere Hülsenfrüchte zum festen Bestandteil der täglichen Ernährung. Weltweit werden jedes Jahr im Durchschnitt 7 Kilogramm Hülsenfrüchte pro Person verspeist. Damit stellen Hülsenfrüchte nach Getreide global das zweitwichtigste Lebensmittel dar. In der Schweiz essen wir jährlich gerade einmal 300 Gramm pro Person. Dabei haben Hülsenfrüchte grosses Potenzial. Sie sind nicht nur lecker und preiswert, sie sind auch reich an Eiweiss, Vitaminen, Mineral- und Ballaststoffen. Und nicht zuletzt schont ihr Anbau die Umwelt – Hülsenfrüchte sind so etwas wie die Ökostars unter den proteinhaltigen Lebensmitteln. Ihr Anbau fördert sogar die Bodenfruchtbarkeit.
So bieten sich Pintobohnen, Kichererbsen oder Belugalinsen als proteinreiche und ressourcenschonende Alternative oder Ergänzung zu tierischen Produkten an. Es muss auch längst nicht mehr immer der gute alte Eintopf sein. Viele neue Rezepte greifen den Trend zur gesunden Ernährung auf und bieten eine Vielzahl an leckeren Alternativen an. Dabei lohnt es sich, bei Hülsenfrüchte-Profis abzuschauen: Traditionelle Rezepte aus anderen Ländern sorgen für etwas Exotik in der Küche und Abwechslung auf dem Teller.

Und übrigens: Experimentierfreudige finden bei Hülsenfrüchten gerade im Bio-Sortiment eine grosse Auswahl.

Weiterführende Links:
Agrarinfo >>

Das lange Osterwochenende steht vor der Tür. Traditionell gehört in vielen Haushalten am Karfreitag Fisch auf den Tisch. Rund 97 Prozent des verkauften Fischs in der Schweiz werden importiert. Das bleibt nicht ohne Folgen.

Wir Schweizerinnen und Schweizer essen gerne Fisch und Meeresfrüchte und jedes Jahr essen wir mehr davon. Der Konsum hat in den vergangenen 25 Jahren um 60 Prozent zugenommen – 75‘000 Tonnen sind es inzwischen jährlich. Der weltweit steigende Fischkonsum setzt die Meere unter Druck. Weil ein Grossteil der Fische und Meerestiere, die wir in der Schweiz konsumieren, importiert wird, tragen auch wir Binnenländler mit unserem Essverhalten zur Überfischung der Meere bei.

Knapp 90 Prozent der kommerziell genutzten Fischbestände in den Weltmeeren sind bereits überfischt oder stehen kurz davor. Immer mehr Anbieter und Liebhaber von Fisch setzen deshalb auf zertifizierten Fisch, mit der Folge, dass es inzwischen ein grosses entsprechendes Angebot gibt. Das MSC-Label steht seit 20 Jahren für nachhaltige Fischerei und ist ein guter Ratgeber beim Kauf von Wildfisch. Für Fische aus der Zucht sind Biofische und -meeresfrüchte die beste Wahl. Das Biolabel garantiert strenge Auflagen für Fischzuchtanlagen und dass die Fische Futter aus nachhaltigen Quellen erhalten. Auch Zuchtfisch mit dem ASC-Label ist empfehlenswert.

Generell gilt: Ob Wild- oder Zuchtfisch, unsere grosse Nachfrage ist mit Umweltauswirkungen verbunden. Wer nicht zur Überfischung beitragen will, geniesst Fisch als seltene Delikatesse, setzt auf Fische aus einheimischen Gewässern und achtet auf Labels.

Weiterführende Links:
Labelratgeber: Labelinfo
Ratgeber WWF: Fisch und Meeresfrüchte
Bio Suisse: Fisch

Bald sind die kalten Tage wieder gezählt und es winken Sonnenstunden in T-Shirt und Shorts. Der ideale Zeitpunkt, um den Kleiderschrank auf Frühling zu trimmen. Doch wohin bloss mit ausgedienten Stücken?

Alles neu macht der Mai. Das gilt auch für den Inhalt unserer Kleiderschränke. Mit den ersten warmen Frühlingstagen wandern die dicken Winterpullis, Handschuhe und Schals in den Estrich zugunsten von T-Shirts, Kleidchen und kurzen Hosen. Allerdings ist der Platz in Schrank und Estrich begrenzt. Vor dem Umräumen bietet es sich deshalb an, auszusortieren, was man doch nie trägt. Doch wohin mit den ausgedienten Kleidern? Da lohnt es sich, zweimal zu überlegen. Denn für uns mag es sich nur um ein T-Shirt vom letzten Jahr handeln, mit dem wir eh nie so richtig warm geworden sind – eigentlich ist es aber eine kostbare Ressource. Denn Textilien sind sehr aufwendig in der Produktion. Das gilt vor allem für Baumwolle. Denn im konventionellen Baumwollanbau kommen sehr viel Wasser und Pestizide zum Einsatz. Aber auch Kunstfasern belasten die Umwelt durch die in der Produktion eingesetzten Chemikalien. Für die Entsorgung nach einer Saison sind die Textilien also viel zu schade, das ist vielen klar. Trotzdem landen sehr viele Kleider im Abfall. Pro Person und Jahr werden in der Schweiz sieben Kilogramm Textilien gesammelt, rund sechs landen im Abfall. Dabei sind viele der aussortierten Stücke noch in tadellosem Zustand und haben eigentlich eine zweite Chance verdient. Diese bekommen sie zum Beispiel bei Kleidertauschevents – sei es privat im kleinen Kreis, über Mittag im Büro oder regional mit einem Anlass von Walkincloset.ch. Solche Events liegen voll im Trend und bieten eine ideale Gelegenheit in lustiger Runde das kaum getragene T-Shirt gegen einen coolen Schal einzutauschen.

Und übrigens: Bleiben Kleidungsstücke beim Tauschen übrig, gehören auch diese nicht in den Abfall. Sie sind in der Textilsammlung besser aufgehoben. Hier finden die Kleider auf Altkleidermärkten neue Besitzer oder werden rezykliert.

Weiterführende Links:
Bundesamt für Umwelt BAFU: Abfallwegweiser Kleider und Schuhe
Facebook: Walkincloset
www.walkincloset.ch

Schnell ein Glas Wasser gegen den Durst? Schweizerinnen und Schweizer geniessen ein Leben wie die Könige: Das Wasser aus den Schweizer Wasserhähnen hat eine hervorragende Qualität. Es ist natürlich, preiswert und umweltfreundlich.

Hahnenwasser ist die schnelle Antwort auf den Durst und man findet es fast überall: zuhause, bei der Arbeit und – dank tausender öffentlicher Brunnen – auch unterwegs. Die Verhältnisse in der Schweiz sind anderswo ein unvorstellbarer Luxus. Weltweit haben fast 800 Millionen Menschen keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Das saubere Wasser aus dem Hahn verdanken wir den schweizerischen Wasserversorgungen. Sie unterhalten Reservoirs, Pumpstationen und ein Wasserleitungsnetz, das 10’000 Kilometer länger ist als das gesamte Schweizer Strassennetz. Das Trinkwasser ist von hervorragender Qualität. Es stammt zu 40 Prozent aus Quellen, zu 40 Prozent aus dem Grundwasser und zu 20 Prozent aus Seen und Flüssen. Wer Wasser aus dem Hahn wählt, trifft auch eine umweltfreundliche Entscheidung. Weil es unter anderem nicht abgefüllt und in die Läden gefahren werden muss, schneidet es ökologisch bis zu tausend Mal besser ab als Mineralwasser in Flaschen.

Übrigens: Wer sein Wasser lieber mit Sprudel trinkt, muss trotzdem nicht auf die Vorteile von Hahnenwasser verzichten. Mittels Sprudelmaschine lässt sich dieses auch zuhause mit Kohlensäure versetzen.

Wasserqualität und Herkunft in Baden/Ennetbaden >>

Weiterführende Links:
SVGW >>
Naturwissenschaften >>

Ob als Genussmittel oder Muntermacher, Kaffee ist aus unserem Alltag kaum mehr wegzudenken. Doch der praktische Koffein-Kick in Portionenform geht an der Umwelt nicht spurlos vorbei. Wie umweltfreundlich sind die handlichen Kapseln aus Kunststoff und Aluminium?

Kaum irgendwo auf der Welt wird mehr Kaffee getrunken als in der Schweiz. Fast 1200 Tassen Kaffee trinken wir im Durchschnitt jährlich pro Person. In vielen Haushalten stehen inzwischen Kapselmaschinen, denn die Kapseln sind praktisch, sauber und chic. Kapselfans, die auch die Ökobilanz im Blick haben, fragen sich oft, ob Kapseln aus Aluminium oder Kunststoff umweltfreundlicher sind. Zwar schneiden Aluminiumkapseln – wenn man sie recycelt – im Vergleich mit Kapseln aus Kunststoff besser ab. Entscheidend für die Umweltbelastung des Portionenkaffees ist jedoch nicht die Kapsel, sondern deren Inhalt. Für die Herstellung von Kaffee werden viel Land, Energie und umweltschädliche Pflanzenschutzmittel benötigt. Kaffee war einst ein Luxusgetränk. Heute wird er zunehmend in Monokulturen angebaut, um die immer weiter steigende Nachfrage decken zu können. Doch für Liebhaber des Lifestyle-Getränks gibt es eine Alternative: Umweltfreundlich Kaffee geniessen kann, wer auf Bio- und Fairtrade-Label setzt. Denn die nachhaltige Produktion der Kaffeebohnen ist aus Umweltsicht weitaus wichtiger als das Material der Kapseln.

Bundesamt für Energie >>
Schweizer Portal für Natur- und Umweltschutz >>

Umwelttipp Energie und Klima

Mit den Klimademos ist das Thema Nachhaltigkeit in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Den meisten ist mittlerweile klar, dass wir auf zu grossem Fuss Leben. Aber wie lässt sich der eigene ökologische Fussabdruck wirksam reduzieren? Die Tipps sind zahlreich, die Zusammenhänge komplex.

Viele Schweizerinnen und Schweizer leisten bereits einen Beitrag für den Umweltschutz. Wir verzichten auf Plastiksäcke, nutzen Stromleisten, sammeln Glas und PET und kaufen Bio-Gemüse.

All das zählt, aber nicht alles ist gleich wirksam. Die grösste Gefahr ist die globale Erwärmung. Dafür verantwortlich ist der Ausstoss von Treibhausgasen wie CO2. Der Verzicht auf Plastikstrohhalme schadet zwar sicher nicht, als Privatpersonen können wir aber in folgenden Bereichen am meisten Wirkung erzielen: Mobilität, Wohnen, Konsum und Ernährung.

Im Bereich Mobilität heisst das vor allem weniger fliegen und weniger Auto fahren. Wer auf Flugreisen nach Möglichkeit verzichtet, beim Pendeln zur Arbeit auf den Zug umsteigt und für kurze Strecken das Velo nimmt oder zu Fuss geht, hat schon einiges fürs Klima geleistet. Beim Wohnen schenkt vor allem das Heizen ein. Wichtige Faktoren sind Wohnfläche und -temperatur, zentral ist aber auch die Isolation. In schlecht gedämmten Häusern können bis zu 70 Prozent der Energie verloren gehen. Eine gute Isolation von Fenstern, Wänden und Dach senkt also die Emissionen massiv. Auch in der Wahl von Lebensmitteln steckt viel Potenzial. Die Ernährung ist in der Schweiz für sage und schreibe 28 Prozent der persönlichen Umweltbelastung verantwortlich. Hier belasten insbesondere tierische Produkte die eigene Ökobilanz – vor allem Fleisch. Im Bereich Konsum ist es wichtig, das ganze Bild zu betrachten. Im neuen Pullover stecken auch viel Wasser und Pestizide aus dem Baumwollanbau sowie die Verarbeitung und der Transport drin, das Handy belastet die Umwelt durch den Abbau der Rohstoffe. Wer Kleider und Handy länger nutzt – und allenfalls auch einmal repariert – kann hier einen wichtigen Beitrag leisten. Qualität vor Quantität ist hier gefragt.

Und jetzt? Der Footprint-Rechner des WFF bringt Klarheit. Eine Faustregel sagt: Je schwieriger die Tat, desto grösser die Wirkung. Aber Vorsicht, wer sich alles auf einmal vornimmt, hält selten durch. Es ist wie bei den Neujahrs-Vorsätzen, realistische Ziele sind gefragt. Warum nicht weiter auf Plastik verzichten – und auch mal auf einen Flug? Oder weiter recyceln – und öfters mal ein Vegi-Menü bestellen? Es gilt, den eigenen Weg in die nachhaltige Zukunft zu finden: umsetzen, ausprobieren, Erfahrungen sammeln.

Weiterführende Links:
WWF: Berechne den eigenen Fussabdruck!
WikiHow: Entdecke, wie du deinen Fussabdruck reduzieren kannst
Das Gebäudeprogramm: Energie sparen und Fördergelder erhalten

 

 

In der kalten Jahreszeit laufen viele Heizungen wieder auf Hochtouren. Das hat Folgen: Rund 40 Prozent des gesamten Energieverbrauchs und der CO2-Emissionen in der Schweiz entfallen aufs Heizen. Umso wichtiger ist es, die Wärme im Haus zu behalten. Richtiges Lüften macht den Unterschied.

Leben mit den Jahreszeiten, das gehört in der Schweiz dazu. Und auch wenn der Winter bei den meisten Schweizerinnen und Schweizern nicht zur beliebtesten Jahreszeit zählt – die kalte Jahreszeit steht für den Rückzug in die eigenen vier Wände und für Gemütlichkeit. Wie wir uns im Winter zuhause einrichten, hat auch einen Einfluss auf die Umwelt. Rund 40 Prozent des gesamten Energieverbrauchs und der CO2-Emissionen in der Schweiz entfallen aufs Heizen. Und auch wenn die Heizölnutzung langsam zurückgeht, werden immer noch nahezu zwei Drittel aller Gebäude mit fossilen Energieträgern (Öl und Gas) beheizt. Im Winter ist die Luft in der Regel im Wohnungs¬inneren auch stärker belastet als draussen.
Es ist deshalb wichtig, regelmässig frische Luft in die eigenen vier Wände zu lassen. Im Winter gilt es dabei einige Punkte zu beachten – denn Lüften und Heizen vertragen sich nicht immer so gut. Was viele im Sommer schätzen, hat im Winter Konsequenzen: Durch ein offenes Kippfenster verflüchtigt sich pro Winter Wärme im Wert von rund 200 Litern Heizöl. Das ist nicht nur Verschwendung, sondern geht auch ins Geld. Dabei haben gekippte Fenster fast keinen Lüftungseffekt, sie kühlen lediglich die Wände aus. Viel mehr frische Luft in die Wohnung bringt effizientes Lüften, denn ausgekühlte Wände aufzuheizen ist viel energieintensiver als ausgekühlte Luft aufzuheizen.
Wer zwei- bis dreimal am Tag gleichzeitig alle Fenster für ein paar Minuten öffnet, holt sich frischen Sauerstoff konzentriert und innert kürzester Zeit. Die kalte Luft von draussen weckt zudem die Sinne und schafft Energie für die nächsten Stunden.

Weiterführende Links:
Nachhaltig Leben >>
WWF >>
Energie-Umwelt >>

 

 

Unser Leben wird immer schneller. Da muss auch das Trocknen der Wäsche schnell gehen. Hosen, T-Shirts und Co., die in der Sommersonne innert kürzester Zeit noch draussen auf der Leine trockneten, wandern im Winter oft in den Tumbler. Dabei bietet sich die Leine auch im Winter als energiesparende Alternative.

Wer die Wäsche in den warmen Monaten an der frischen Luft trocknet, holt sich beim Anziehen des T-Shirts ein paar Tage später eine Prise Sommer. Weil der Tumbler aussen vor bleibt, wird nebenbei auch noch eine Menge Energie gespart, denn die Waschküche ist eine der grösseren Strom¬verbraucherinnen im Haus. Insbesondere der Tumbler hat es in sich. Er braucht zwar wenig Platz, aber viel Energie. Alle Tumbler in der Schweiz verbrauchen zusammen 800 Millionen Kilowattstunden pro Jahr. Das ist mehr als 3000 2-Personen-Haushalte im Jahr verbrauchen. Energie- und kostensparender ist es, seine Wäsche draussen zu trocknen. Nicht nur im Sommer, sondern auch im Winter – und sogar bei Frost. Zwar wird die Wäsche dann erst klamm und steif. Lässt man sie aber noch etwas länger hängen, verflüchtigt sich das Eis. Die Kleidung ist dann noch kalt, aber trocken. Und als Bonus gibt’s auf diesem Weg beim Anziehen später auch im Winter eine Prise frische Luft.

Ausserdem: Wer das Wäschetrocknen beschleunigen will, kann die Wäsche vor dem Raushängen noch einmal schleudern. Das Trocknen geht dann schneller und beim Schleudern in der Waschmaschine wird immer noch rund hundertmal weniger Energie verbraucht als beim Trocknen im Tumbler.

Weiterführende Links:
Energie-Umwelt >>

Balkon- und Gartenfreunde stehen in den Startlöchern und die neuen Setzlinge warten schon in Reih und Glied. Nun fehlen nur noch ein paar Sack Topf- und Gartenerde. Wer hätte gedacht, dass sich mit der richtigen Erde das Klima schützen lässt.

Wenn wir im Frühling unseren Aussenraum neu herrichten, steht oft die Fahrt ins Gartencenter an. Neben neuen Pflanzen braucht man vor allem eins: jede Menge Garten- und Topferde. Kundige Hobbygärtner wissen: Mit der Wahl der Erde beeinflussen wir auch das Klima. Einige Blumenerden enthalten immer noch Torf, der für sauren Boden sorgt. Das mögen viele beliebte Zierpflanzen wie etwa Rhododendron oder Kamelien, aber auch Junggemüse. Das Problem dabei: Torf wird aus Mooren abgebaut, was dem Klima schadet. Denn der Torf speichert CO2 aus der Atmosphäre – beim Abbau wird das CO2 freigesetzt. Obwohl Moore nur drei Prozent der weltweiten Landfläche ausmachen, speichern sie doppelt so viel Kohlendioxid wie alle Wälder der Erde zusammen. Der Abbau von Torf zerstört deshalb nicht nur die Moore und damit wichtige Lebensräume für viele Tier- und Pflanzenarten, sondern setzt auch dem Klima zu. Das Gas entweicht in die Atmosphäre und trägt so erheblich zur Klimaerwärmung bei. In der Schweiz ist der Torfabbau deshalb verboten. Der wertvolle Rohstoff darf aber nach wie vor importiert werden.

Zum Glück haben sich aber die wichtigsten Akteure des Detailhandels, des gärtnerischen Fachhandels und die Produzenten von Erden darauf geeinigt, die Verwendung von Torf zu reduzieren. Viele haben Torferde bereits ganz oder fast vollständig aus dem Angebot genommen. Unterstützen Sie die nationalen Bestrebungen für den Torfausstieg, indem Sie beim Kauf von Erde konsequent auf torffreie Produkte achten.

Weiterführende Links:
Medienmitteilung der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften (ZHAW)
Bundesamt für Umwelt BAFU: Torfausstieg
Bundesamt für Umwelt BAFU: Torfersatz

Konsumieren Sie noch oder sind Sie schon Selbstversorger? Für Hausbesitzer und solche, die es werden wollen, wird es immer einfacher, den eigenen Energiebedarf mit Sonnenenergie zu decken.

Die Energiewende ist nicht nur ein grosses Wort, sie ist eine grosse Chance. Das Zeitalter der fossilen Brennstoffe ist definitiv vorbei. Die Zukunft gehört den erneuerbaren Energiequellen. Der Sonnenenergie kommt dabei eine Schlüsselrolle zu: Sie ist umweltfreundlich und endlos verfügbar. Gemäss WWF könnte bereits heute problemlos ein Drittel des heutigen Stromverbrauchs der Schweiz mit Photovoltaik gedeckt werden. Die Solarenergie ist auf dem besten Weg, zu einer tragenden Säule der zukünftigen Energieversorgung in der Schweiz zu werden. Hausbesitzerinnen und -besitzern kommt dabei eine zentrale Rolle zu, denn Dächer von Ein- und Mehrfamilienhäuser bergen ein enormes Energiepotenzial. Und der Schritt vom Verbraucher zum Produzenten wird immer einfacher. Mit dem Solarrechner von EnergieSchweiz lässt sich online blitzschnell herauszufinden, wieviel Strom oder Wärme das eigene Hausdach liefern könnte und wie man sich eine Anlage aufs Dach holt.

Wer sich nicht selber schlau machen und organisieren will, kann von Paketlösungen profitieren. Viele Energieversorgungsunternehmen kümmern sich von der Analyse des Energiepotenzials bis hin zur Installation der Photovoltaik-Module um alle notwendigen Schritte. Seit 2008 sind die Preise dafür um 80 Prozent gefallen. Die Investition in die Energiezukunft wird immer preiswerter. Und übrigens: Nicht nur Hausdächer eignen zum Sammeln von Sonnenstrom. Gerade Scheunen- und Garagendächer, Industriegebäude und Lärmschutzwände haben oft ebenso grosses Potenzial.

Regionalwerke AG Baden:
RWB Solarrechner >>
Lokal produzierter Strom >>
Gut beraten bei Neubau oder Sanierung >>

Weiterführende Links:
Bundesamt für Energie >>
EnergieSchweiz >>
WWF Schweiz >>

Sommer ist die perfekte Zeit für einen gemütlichen Grillabend. Doch das Fest mit Familie oder Freunden beeinflusst auch das Klima. Zum Glück lässt sich die Ökobilanz der Grillabends mit einfachen Massnahmen deutlich reduzieren.

Der Grill ist aufgeheizt, die Schürze umgeschnallt, die Zange liegt bereit – die Grillsaison kann starten. Möchten Sie beim Grillieren auch aus Umweltsicht eine gute Figur machen? Was viele überrascht: Ob Sie dabei einen Gas-, Elektro- oder Holzkohlegrill verwenden, hat nur einen geringen Einfluss auf die Umweltauswirkungen. Viel relevanter ist, was auf dem Grill landet. Rund 95 Prozent der klimarelevanten Emissionen entstehen durch die Herstellung und den Transport des Grillguts. Insbesondere die Produktion von Fleisch belastet die Umwelt stark. Sie ist für 18 Prozent der weltweiten Treibhausgase verantwortlich.
Wer auf mehr Gemüse statt auf Fleisch und auf regional erzeugte Bio-Produkte der Saison setzt, verbessert seine Ökobilanz erheblich – und entdeckt so manche kulinarische Köstlichkeit! Das klimafreundlichste Grillgut sind Maiskolben, Gemüse, Vegiburger und Tofu. Flexitarier können deshalb viel für das Klima tun. Man muss die Wurst ja nicht immer ganz vom Rost schubsen. Wer aber auch noch Platz für Gemüsespiesse, Baked Potatoes und gefüllte Pilze lässt, tut nicht nur seiner Gesundheit, sondern auch dem Klima einen gefallen. Wer Inspiration für kreative Gemüseküche braucht, findet im Internet unzählige schmackhafte Rezeptideen.

Feuerstellen und Rastplätze:
Schweizer Familie >>

Weiterführende Links:
Carbotech: Umweltbelastung von Mahlzeiten >>
WWF: Fleisch- und Milchprodukte >>
Blitzrechner.de: Fleischrechner >>

Nach dem heissen Sommer holen uns wieder die frischen Herbsttage ein. Zeit für warme Jacken, Marroni und heisse Schokolade. Zur kühleren Jahreszeit gehört in der Schweiz auch die warme Wohnung. Doch wer beim Heizen einen kühlen Kopf bewahrt, spart Geld und schont das Klima.

Wer kennt das nicht: Nach Herbstspaziergängen an der frischen Luft freut man sich besonders auf ein warmes Zuhause. Deshalb dreht man anfangs Saison die Heizung gerne voll auf. Doch hohe Raumtemperaturen verbrauchen nicht nur viel Energie, sondern verursachen auch hohe Heizkosten. Im Alltag vergessen wir das oft, erfolgt doch der Griff zum Temperaturregler meistens ganz automatisch. Dabei lohnt es sich, das eigene Heizverhalten zu überdenken. Allein für das Heizen und die Produktion von Warmwasser werden in der Schweiz 80 Prozent des Gesamtenergiebedarfs der Haushalte aufgewendet. Wer die Raumtemperatur um 1 Grad senkt, spart schon 6 Prozent Heizkosten. Optimal für Wohn- und Arbeitszimmer ist eine Temperatur von 20 Grad. Im Schlafzimmer genügen bereits 16 bis 18 Grad. Damit fördern Sie auch die Qualität Ihres Schlafes und starten frisch in den neuen Tag.

Und übrigens: Bei Abwesenheiten von einigen Tagen lohnt es sich, die Heizung herunterzudrehen. Darüber freut sich nicht nur die Umwelt, sondern auch Ihr Portemonnaie.

Energiestadt Baden >>

Weiterführende Links:
ConvivaPlus >>
Comparis >>

Umwelttipp Ernährung

Viele Schweizerinnen und Schweizer vertrauen gerne auf regionale Produkte. Herkunftsangaben im Produktnamen bieten vermeintlich Orientierung – aber tun sie das wirklich?

Die Schweiz steht für Qualität, nicht nur beim öffentlichen Verkehr, dem Sackmesser und neuen Uhren, sondern auch bei Lebensmitteln. Wo Schweiz draufsteht, ist auch Schweiz drin – könnte man meinen. Es lohnt sich, genauer hinzuschauen, zum Beispiel beim Bündnerfleisch. Charakteristische Schweizer Landschaft prägt die Verpackung: Berggipfel, blauer Himmel und ein mächtiger Steinbock. Doch Bündnerfleisch muss nicht zwingend aus Bündner Fleisch bestehen, nicht einmal Fleisch aus der Schweiz muss verwendet werden. «Bündnerfleisch» ist zwar als geschützte geografische Angabe (GGA) registriert, bezieht sich jedoch nur auf den Ort der Trocknung und Verarbeitung, nicht aber auf die Herkunft des Fleischs. Dieses darf auch aus Irland, England oder Brasilien stammen. Das ist rechtlich möglich, weil «Bündnerfleisch» bereits 1999 als GGA registriert wurde und deshalb nicht unter die 2017 in Kraft getretene strengere Swissness-Gesetzgebung fällt. Der Begriff «Bündnerfleisch» darf also auch weiterhin für Produkte verwendet werden, die zu 100 Prozent importiert werden. Dabei gibt es gute Gründe, auf regionale und saisonale Lebensmittel zu setzen, gerade beim Fleisch. Die Qualität stimmt und die Transportwege sind kurz. Doch wie kommt man nun an «Schweizer» Bündnerfleisch? Im Gegensatz zu Schweizer Symbolen – wie dem Steinbock – darf das Schweizer Kreuz nur noch auf Waren erscheinen, die die Swissness-Vorgaben erfüllen. Dasselbe gilt für die Bezeichnung «Schweizer Produkt». Einen Schritt weiter gehen die Label Bio Suisse und IP-Suisse. Sie garantieren nicht nur kontrollierte Schweizer Herkunft, sondern stellen auch hohe Anforderungen an eine ökologische Landwirtschaft und eine verträgliche Tierhaltung.

Weiterführende Links:
Clever: Wo Schweiz draufsteht, soll auch Schweiz drin sein
SRF: Bündnerfleisch aus Importfleisch (Video)
Bundesamt für Landwirtschaft: Swissness bei Lebensmitteln

 

 

Umwelttipp Mobilität

Verschiedene Airlines haben ankündigt, auf ihren Flügen den Abfall zu reduzieren. Schon ab Ende 2019 soll es möglich sein, komplett ohne Einwegplastik um die Erde zu jetten. Weshalb man in den Sommerferien dennoch nicht gleich zur Weltreise antreten muss.

Die Lösung ist da, der umweltfreundliche Langstreckenflug wurde erfunden. Das jedenfalls will uns eine portugiesische Airline weismachen, die im vergangenen Dezember erstmals komplett ohne Einwegplastik von Lissabon nach Brasilien geflogen ist und bis Ende Jahr ganz ohne Einwegplastik auskommen will. Auch sonst setzt sich das Unternehmen für den Umweltschutz ein – ihr Superjumbo A380 ist beispielsweise mit einem Aufruf zur Rettung der Korallenriffe bemalt. Andere Betriebe aus der Branche sind auf den Trend aufgesprungen. Der Flughafen London Heathrow möchte auf rezyklierbare Kaffeebecher umsteigen, eine weitere Airline möchte die Umwelt durch den Gebrauch von Rührstäbchen aus Holz schonen. Toll – oder? Natürlich ist es sinnvoll, den Verbrauch von Plastik zu verringern, die Auswirkungen des Flugverkehrs auf das Klima lassen sich damit aber nicht beeinflussen. Fliegen ist und bleibt die klimaschädlichste Art zu reisen ? in der Schweiz ist der Flugverkehr für rund 18 Prozent des CO2-Ausstosses verantwortlich. Und die Prognosen verheissen nichts Gutes: Bleibt alles wie es ist, wird der Luftverkehr in der Schweiz im Jahr 2030 zum grössten Verursacher von Treibhausgas-Emissionen. Die Klimademos zeigen: Das muss nicht sein, ein Umdenken findet statt, Zugreisen sind wieder beliebt. Wer seine Anzahl Flugreisen pro Jahr verringert, leistet einen wertvollen Beitrag im Kampf gegen den Klimawandel.

Ausserdem: Der Hauptgrund für das Sterben der Korallenriffe ist nicht der Einwegplastik in Flugzeugen, sondern die Erwärmung der Ozeane ? verursacht durch unseren CO2-Austoss.

Weiterführende Links:
Deutschlandfunk: Flugverkehr contra Klimaschutz
WWF: Den Preis fürs Fliegen zahlt das Klima
Tagesanzeiger: Der Flug Zürich–New York retour verursacht pro Person gleich viel CO2 wie...

Was gibt es schöneres als Frühlingsgefühle? Besonders hübsch präsentiert sich der Frühling vom Rücken des eigenen Drahtesels aus. Das Velo hat wieder Saison! Auch hierzulande immer beliebter wird die Tempo-Variante E-Bike. Ein Glück fürs Klima: Damit können Sie für noch mehr Fahrten vom Auto aufs Velo umsteigen.

Die Klimadebatte ist im Moment brandaktuell. Immer mehr Menschen wird bewusst, dass etwas geschehen muss. Aber wo setzt man am besten an? Mit der Wahl unserer Mobilitätsmittel haben wir einen grossen Einfluss aufs Klima. Wie wir uns in Zukunft fortbewegen, hat ausserdem Auswirkungen auf den Ressourcenverbrauch. Wie viele grosse Veränderungen beginnt auch die mobile Zukunft mit kleinen Schritten – zum Beispiel mit der Anschaffung eines E-Bikes. Elektrische Fahrräder sind schon längst Trend. Bereits 2017 war jedes vierte verkaufte Velo ein E-Bike. Das klassische Velo ist natürlich weiterhin die erste Wahl für Umwelt und Fitness. Am meisten profitiert die Umwelt natürlich beim Umstieg vom Auto aufs Velo oder E-Bike. Mit dem E-Bike vergrössert sich der Radius velotauglicher Strecken deutlich: «zu hügelig» und «zu weit» zählen nicht mehr, denn mit den schnellen Velos sind die Hügel flacher und die Wege kürzer geworden. Wer einmal mit einem E-Bike durch die Gegend geflitzt ist, will nicht mehr zurück – und plötzlich ist man Teil einer Bewegung. Höchste Zeit aufzusteigen, der Frühling ist da!

Weiterführende Links:
New Ride: Alles über E-Bikes

 

Mit dem Start des neuen Schuljahres tauchen sie wieder vermehrt auf den Strassen auf: die Elterntaxis. Dabei sprechen viele Gründe für einen Schulweg zu Fuss. Die regelmässigen Spaziergänge sorgen für aufgeweckte und gesunde Schulkinder und sind schonend für das Klima.

Die lange Sommerpause ist vorbei und die Kinder sind wieder auf dem Schulweg unterwegs. Über Wiesen hüpfen, sich hinter Hausecken verstecken oder sich im Wettrennen bis zum nächsten Zebrastreifen messen – Kinder wollen ihre Welt entdecken und der Schulweg eignet sich perfekt dafür. Leider werden solche Erlebnisse immer seltener, denn immer mehr Schulkinder werden von ihren Eltern mit dem Auto in die Schule kutschiert. Zwischen 2005 und 2015 haben sich die Elterntaxifahrten um 40 Prozent erhöht. Dabei sind die Schulwege im schweizerischen Durchschnitt weniger als 1,5 Kilometer lang – die ideale Distanz also für einen kurzen Spaziergang. Schulwege bedeuten oft einen ersten Schritt in die Selbstständigkeit, fördern Verkehrskompetenz, die intellektuelle und soziale Entwicklung sowie die Bewegung der Kinder. Und natürlich profitiert auch das Klima vom den kleinen Fussgängern, denn die vielen Autofahrten bedeuten immer auch eine grosse Menge Treibhausgase.
Auf dem Schulweg treffen sich also Gesundheit, Umweltschutz und Abenteuer. Wichtig ist dabei natürlich die Sicherheit. Grundsätzlich sind Gemeinden in der Pflicht, zumutbare Schulwege zu gewährleisten. Es lohnt sich aber immer, den Schulweg mit den Kindern zu «üben», sie auf mögliche Gefahren aufmerksam zu machen und sie mit reflektierender Kleidung auszustatten. Im Zweifelsfall können sich Eltern auch absprechen und eine Begleitperson für den Weg organisieren.

Weiterführende Links:
VCS: Aktionswoche «Walk to Scool» >>
Beratungsstelle für Unfallverhütung: Ratgeber Schulwege >>
Tipps für einen sicheren Schulweg >>
VCS: Zu Fuss zur Schule >>

Wer im Sommer zuhause bleibt, muss nicht auf Erholung verzichten. Die Schweiz bietet eine Vielzahl von attraktiven Ausflugszielen, die zudem bequem mit dem ÖV erreichbar sind. So beginnt Erholung nicht erst auf dem Parkplatz, sondern bereits bei der Abfahrt.

Wandern in Graubünden, klettern in der Zentralschweiz oder baden im Lago Maggiore. Das Schweizer ÖV-Netz bringt Sie zuverlässig ans Ziel. Und das erst noch umweltfreundlich und ohne stundenlanges Warten im Stau. Über 1,25 Millionen Schweizerinnen und Schweizer wissen diesen Komfort heute schon zu schätzen und sind täglich mit der SBB unterwegs. Schweizweit wird eine Gesamtstrecke von 24'500 Kilometern von Zug, Tram, Bus, Postauto und Stand- und Luftseilbahn abgedeckt. Das dichte Netz an öffentlichen Verkehrsmitteln ermöglicht hervorragende Verbindungen und sorgt – in Kombination mit der Schweizer Pünktlichkeit – für ein flüssiges Reiseerlebnis für die ganze Familie.
Wer im Zug die Schweiz bereist, muss sich nicht auf die Strasse konzentrieren, sondern kann entspannt ein Buch lesen, jassen, telefonieren oder picknicken. Auch bei der Sicherheit haben die öffentlichen Verkehrsmittel die Nase vorn: Betrachtet man das Risiko eines tödlichen Unfalls pro zurückgelegtem Kilometer, so fährt es sich mit dem ÖV 22-mal sicherer als mit dem Auto. Gute Gründe also, sich für einen Ausflug mit dem öffentlichen Verkehr zu entscheiden.

Weiterführende Links:
SchweizMobil >>
Energie-Umwelt: Öffentlicher Verkehr >>
Mobitool: Vergleichsrechner >>

Sicher ankommen, Treibstoff sparen und die Umwelt schonen – wer möchte das nicht? Die richtigen Pneus machen es möglich. Der saisonale Pneuwechsel ist ein guter Zeitpunkt, um einen Umstieg auf effiziente Reifen ins Auge zu fassen.

Spätestens bei den ersten Schneeflocken bis ins Flachland freut sich, wer schon auf Winterpneus umgestiegen ist. Noch mehr Grund zur Freude kann eine bewusste Auswahl der Reifen bringen. Denn der richtige Pneu schlägt nicht nur dem Winter ein Schnippchen, sondern reduziert auch den Treibstoffverbrauch des Fahrzeugs. Ganze 20 Prozent des Treibstoffverbrauchs fallen nämlich auf die Pneus zurück. Seit August 2014 muss jeder Pneu mit der Reifenetikette gekennzeichnet sein. Das erleichtert die Auswahl, denn die Etikette bietet Autofahrerinnen und -fahrern dank Energieeffizienzklassen einen Überblick über die Umweltfreundlichkeit der verschiedenen Reifen. Dabei gibt es grosse Unterschiede. Mit Pneus aus der besten Effizienzklasse sparen Sie bis zu 10 Prozent oder 0,66 Liter Treibstoff auf 100 Kilometer. Zusätzlich gibt die Etikette Infos zur Nasshaftung und Lärmbelastung der Pneus. Die Etikette ermöglicht, ähnlich wie die Energieetikette für Elektro¬haushalt¬geräte, Produkte auf einen Blick zu vergleichen. So ist es einfach, eine umweltschonende Wahl zu treffen. Der Winter kann kommen!

Bundesamt für Energie >>

Umwelttipp Abfall & Recycling

Die Schweiz ist nicht nur im Skisport vorne dabei, sondern auch bei der Abfallproduktion. 716 Kilogramm sind es pro Kopf und Jahr, das ist deutlich mehr als der europäische Durchschnitt. Doch wegwerfen ist nicht immer die beste Option. Vielen Dingen lässt sich mit etwas Geschick ein neues Leben schenken – warum nicht in einem der 126 hippen Repair-Cafés?

Wir bewältigen unseren Alltag unterstützt von lauter kleinen Helfern, die uns das Leben ganz schön erleichtern. Doch dann bleibt der Toast nicht mehr unten, der Computer fährt nicht mehr hoch, der Reissverschluss geht nicht mehr zu und die Schublade nicht mehr richtig auf. Und uns wird klar, wie hilflos wir ganz alleine eigentlich sind. Ersatz muss her – oder? Viele der Gegenstände, die wir im Alltag nutzen, werden in Ländern mit tiefen Lohnkosten hergestellt. Dies macht sie für uns preiswert. Da ist ein kaputter Toaster oder ein defektes Handy schnell ersetzt – und der Abfallberg wächst. Das geht auch anders. Reparaturen sind oft viel sinnvoller, denn die Herstellung neuer Produkte benötigt meist ungleich mehr Ressourcen als die Reparatur bestehender Geräte. Und die Lösung liegt unter Umständen gleich um die Ecke: eins der schweizweit 126 Repair-Cafés. Fachleute stellen hier kostenlos ihre Zeit und ihr Wissen zur Verfügung und bringen die Dinge wieder zum Laufen. Repariert wird in Schulhäusern, Gemeinderäumen oder Alterszentren, die Wege sind kurz, die Stimmung cool. Wer seinem Handy oder seinem Toaster auf diesem Weg nochmal zwei Jahre schenkt, spart woanders auf dem Planeten die Ressourcen für ein neues Gerät ein. Schauen Sie sich deshalb um: Die Chancen stehen gut, dass demnächst auch in Ihrer Nähe ein hippes Repair-Café stattfindet.

Weiterführende Links:
Repair-Cafés: Eine Übersicht

Die Abwasserreinigungsanlagen der Schweiz haben immer viel zu tun. Allein im Kanton Zürich werden jährlich rund 250 Millionen Kubikmeter Abwasser gereinigt und in Seen und Flüsse zurückgeführt. Davor bleiben aber immer wieder sehr kuriose Dinge im Rechen hängen.

Im Schweizer Abfall- und Recyclingsystem findet eigentlich alles seinen Platz – müsste man meinen. Aber ob Zigaretten, Wattestäbchen, Windeln, Strümpfe, Kondome, Uhren oder Mobiltelefone ? in den Rechen der Kläranlagen finden sich immer wieder sämtliche Kuriositäten, die von der Grösse her ins WC passen, aber hier so gar nichts zu suchen haben. Keines dieser Produkte gehört weggespült. Sie können Reinigungsmaschinen beschädigen und verursachen Kosten, weil zum Beispiel Kanalpumpen öfter gereinigt werden müssen. Auch für Flüssiges ist das WC nicht die Lösung. Reinigungsmittel und Frittieröl sind zum Beispiel nicht einfach weg, wenn man die WC-Spülung auslöst. Öl lässt sich zwar in der ARA entfernen, es kann sich aber zum Beispiel mit Sand vermischen, verklumpen und die Kanalisation verstopfen. Dabei ist es ganz einfach: Ins WC gehört – neben dem persönlichen Geschäft – nur WC-Papier. Hygieneprodukte, Feuchttücher, Verpackungen und Kleintierstreu gehören in den Abfall, Essensreste in den Kompost und Chemikalien und Altöl können ohne grossen Aufwand bei entsprechenden Sammelstellen entsorgt werden. 

Ausserdem: Auch Kontaktlinsen werden gerne über die Toilette entsorgt. In den USA sind es zum Beispiel jährlich 20'000 Tonnen, die so im Abwasser landen. Die Linsen sind nicht biologisch abbaubar und werden von den Bakterien in der Kläranlage kaum zersetzt. Sie landen als Mikroplastik in unseren Flüssen und Seen.

Weiterführende Links:
Kanton Schwyz: So funktioniert eine ARA

 

Bald ist es wieder soweit: Die Schweiz hat Geburtstag. Ein guter Grund zum Feiern. Wenn es das Wetter erlaubt, geschieht das unter freiem Himmel – und in freier Natur. Doch nicht alle haben Freude an den Knallern Raketen, die der Feiertag mit sich bringt.

Farbige Lichtblitze, ohrenbetäubendes Knallen und der Geruch von Schwefel in der Luft: Am ersten August – und teilweise schon vorher – herrscht Feuerwerklaune. Kaum zu glauben: Jährlich werden in der Schweiz 2000 Tonnen Feuerwerkskörper verschossen. 20 Millionen Franken fliegen damit jedes Jahr buchstäblich in die Luft. In Sachen Gesundheit hat zwar eine Studie des Bundes mehrheitlich Entwarnung gegeben. Die Feinstaubverschmutzung nimmt kurzfristig rasant zu, die Werte fallen aber innert weniger Tage zurück in den Normalbereich. Dennoch sind die Knallkörper nicht unbedenklich, denn nicht alles verglüht im Funkenregen. Nachdem es geblitzt und geknallt hat, fällt Abfall vom Himmel. Schwer abbaubares Verpackungsmaterial liegt dann in der Form von Littering überall verstreut in der Landschaft und in den Gewässern. Der Lärm der Feuerwerkskörper bedeutet zudem grossen Stress für kleine und grosse Wildtiere. Panik kann sie dazu bringen, Nester und Jungtiere zurückzulassen, sich auf der Flucht zu verletzen oder völlig zu erschöpfen. Rücksicht ist hier willkommen. Vielleicht reichen auch schöne Lampions oder ein Vulkan, dessen Reste anschliessend eingesammelt und entsorgt werden können? Oder ein feuchtfröhlicher Grillabend mit Freunden? Wer trotzdem nicht auf Feuerwerk verzichten mag, sollte unbedingt ausreichend Abstand zu Wald- und Grünflächen halten.

Weiterführende Links:
Natur- und Vogelschutzverein Münchenstein: 6 Gründe warum Feuerwerk wilden Tieren schadet

 

Was für Smoothies gilt, gilt auch für Frittiertes – selbstgemacht schmeckt am besten. Doch während die Früchteschalen schnell entsorgt sind, bleibt nach Pommes und Co. eine Pfanne voll Öl übrig – und jetzt?

Wer selber kocht, weiss was drinsteckt. Für Gesundes gilt das sowieso. Clevere Hobbyköche legen aber auch bei Frittiertem Wert auf Qualität, zum Beispiel bei Pommes-Frites. Früher waren selbstgemachte Pommes ein Jahrhundertereignis. Heute gibt es Fritteusen sogar für den Single-Haushalt. Eine Handvoll Biokartoffeln, ein gutes Öl und fertig ist die Leckerei – knusprig, frisch und genauso dick geschnitten, wie man es gerne mag. Nur – wohin mit dem Öl? In den Abfluss und die Kanalisation wird’s schon richten? Von wegen. Öl mag flüssig aussehen, wenn es in der Fritteuse brutzelt. Es kühlt sich aber wieder ab und wird dadurch härter. Weil Öl sich nicht mit Wasser vermischt, kann es dann leicht die Kanalisation verstopfen. Erinnern Sie sich noch an den 65 Meter langen Fettklumpen in der Kanalisation von London? Genau deshalb bieten sich Abfluss und Toilette nicht zur Entsorgung an. Die feine Art, das übriggebliebene Öl loszuwerden, ist der Gang zur Wert­stoff-Sammelstelle. Hier lassen sich Speiseöl und Frittieröl ohne schlechtes Gewissen entsorgen und werden dann korrekt recycelt. Das gleiche gilt übrigens auch für Getriebeöl und kosmetische Öle.

Weiterführende Links:
Swiss Recycling: Öl

Hand aufs Herz, wann waren Sie zuletzt im Estrich oder im Keller und haben sich über all die Dinge gewundert, die sich da im Lauf der Zeit angesammelt haben? Vielleicht ist der Moment gekommen, loszulassen. Es lohnt sich, denn Entrümpeln macht glücklich.

Im Elsass feiert man im Frühling die Tradition der «Vide-Greniers». Dorfbewohner leeren ihre Keller und Estriche und bieten vor ihrem Haus all die Dinge an, die sie nicht mehr brauchen. Drum herum zimmern sie ein Fest mit Bier und Flammkuchen und manch ein Schnäppchen wechselt den Besitzer. Hier wird ein Raclette-Ofen nicht mehr gebraucht und dort ein Dreitritt. Hier nutzt niemand mehr die alte Waage und dort findet man eine Vase, die genau die richtige Grösse hat. Das Resultat ist eine klassische Win-win-Situation. Ob wir uns nun in der Schweiz schwerer von Dingen trennen oder ob die Dinge einfach in grösseren Kellern mehr Platz finden, loslassen würde bestimmt auch vielen von uns guttun. Warum nicht im Kalender einen Entrümpelungstag anstreichen, frei nach dem Motto «Einmal durch den ganzen Estrich und zurück»? Dabei lohnt es sich, sich selber ein paar Fragen zu stellen: Was habe ich in den letzten drei Jahre nicht gebraucht? Was habe ich gar nicht vermisst? Für alles, was noch funktionstüchtig ist, bietet sich entweder eine E-Mail an Freunde an – oder die Schweizer Version der «Vide-Greniers»: Tutti, Ricardo, der Flohmi und das Brocki. Es ist immer wieder erstaunlich, wie viele Dinge auf diesem Weg zu neuen, dankbaren Besitzern finden. Andere Sachen lassen sich noch reparieren – hier lohnt sich ein Gang in die neuen Recycling-Paradiese, die Repair-Cafés. Am Ende winkt eine ganz neue Erfahrung: ein beschwingtes Gefühl dank ballastfreiem Keller!

Übrigens: Vielleicht steht bei Ihnen auch noch ein altes, lädiertes Velo im Keller, das eigentlich niemand mehr braucht. Die Organisation Velafrica schenkt den ausgedienten Drahteseln in Afrika ein neues Leben. Alte Fahrräder kann man kostenlos an einer von 400 Sammelstellen oder noch einfacher am Gepäckschalter von Bahnhöfen abgeben.

Weiterführende Links:

Repair Cafés in der Schweiz
velafrica.ch
auszweiterhand.ch Brockenhaus-Verzeichnis Schweiz

 

Wir sind zwar mehrheitlich digital unterwegs, aber auf Papier wollen wir trotzdem noch nicht ganz verzichten. Schweizerinnen und Schweizer verbrauchen jährlich 36 Kilogramm mehr Papier als der westeuropäische Durchschnitt. Mit einem einfachen Kniff lässt sich der eigene Verbrauch zünftig reduzieren.

Die digitale Welt dominiert unseren Alltag. Ob Zug- oder Konzerttickets, Kontoauszüge, E-Rechnungen oder sogar Tageszeitungen – alles lassen wir uns aufs Handy oder Tablet schicken. Dass wir Schweizerinnen und Schweizer jedes Jahr trotzdem immer noch 194 Kilogramm Papier pro Kopf verbrauchen, ist in diesem Kontext überraschend. Gemäss Papierindustrie sind die Zahlen zwar leicht rückläufig, aber im Vergleich mit anderen Ländern drucken wir noch immer vorne weg. In Westeuropa beträgt der Durchschnitt zum Beispiel 158 Kilogramm pro Kopf, weltweit sogar nur 57 Kilogramm. Wir haben in der Schweiz also noch Luft nach oben. Es wird geschätzt, dass allein in der Bürowelt jede Person im Schnitt jeden Tag 50 bis 60 Blatt Papier druckt. Auch wenn papierlose Büros inzwischen keine Utopie mehr sind und Recycling-Papier in fast jedem Haushalt zum guten Ton gehört, drucken wir oft gedankenlos unnötig Dokumente aus. Oft machen wir dies aus Gewohnheit und von 100 auf 0 fällt nicht jedem leicht. Wer aber gern kleine Schritte in Richtung papierlos machen möchte, für den gibt’s beim Drucken einen Trick: Fast jeder Drucker bietet nämlich in den Einstellungen die Möglichkeit, beidseitig zu drucken. Am besten setzt man diese Option gleich als Standard fest. Damit lässt sich nicht nur Papier sparen, kleine Umstellungen schärfen oft auch unsere Wahrnehmung: War dieser Druck wirklich nötig oder hätte sich die E-Mail – richtig beschriftet – nicht auch elektronisch ablegen lassen?

Weiterführende Links:
ecopaper.ch
WWF: Holz und Papier

Laue Abende am Wasser geniessen wir im Sommer ganz besonders. An Flüssen und Seen wird gerne gegessen, getrunken und auch geraucht – das sorgt für ordentlich Müll. Gerade Zigarettenstummel zu entsorgen, vergessen manchmal sogar engagierte Abfallwegräumer. Das hat Folgen für die Umwelt.

Im Wasserschloss Schweiz ist es nie weit bis zum nächsten See oder Fluss und gerade im Sommer werden die Gewässer wieder zum sozialen Treffpunkt. Die Verlagerung unserer Freizeitaktivitäten an Flüsse und Seen macht sich deutlich bemerkbar: Hier fällt im Sommer besonders viel Abfall an. Prominent vertreten sind dabei Zigarettenstummel. Zwar entsorgen wir fleissig PET, Papier, Karton und Glas, ist die Zigarette aber geraucht, ist der Stummel schnell achtlos entsorgt – im nahen Gebüsch, am Wegrand oder am Ufer. Unsere Gewässer sind im Sommer wahre Abfallhalden.

Das sind keine guten Nachrichten für die Umwelt. Zigarettenfilter bestehen aus Kunststoff, der sich erst nach Jahren zersetzt. Im benutzten Filter der Zigarette bleiben ausserdem Giftstoffe wie Teer hängen. Achtlos weggeworfene Kippen geben diese umweltschädlichen Gifte langsam an Böden und Gewässer ab. So kann der Filter einer einzigen Zigarette bis zu 7,5 Liter Wasser verunreinigen und für Mikroorganismen unbelebbar machen. Zigarettenstummel sind Abfall und gehören – gut ausgedrückt – in den Kehricht. Umweltbewusste Raucher wissen sich zu helfen: Im Handel gibt es preiswerte, handliche Taschenaschenbecher. Sie sind kaum grösser als ein USB-Stick und lassen sich einfach und praktisch am nächsten öffentlichen Abfalleimer leeren.

Weiterführende Links:
Stop Plastic Pollution CH (stoppp): Swiss Litter Report
Aschenbecher-Shop: Taschenaschenbecher

Die Weihnachtszeit zieht alle in den Bann. Ob all der Action fällt es schwer, einen kühlen Kopf zu bewahren. Den braucht, wer zwischendurch auch an die Umwelt denken möchte. Denn Weihnachten bietet auch hier zahlreiche Möglichkeiten zur Besinnung. Zum Beispiel beim Geschenkpapier.

Weihnachten ist für viele der Höhepunkt des Jahres. Lichterketten, funkelnde Dekorationen, Rekordumsätze und Last-Minute-Geschenke – nur wenige können sich der Faszination des Lichterfests entziehen. Und ob man sich auf Weihnachten freut oder sich dem Trubel am liebsten entziehen möchte, ob gut vorbereitet oder in allerletzter Minute, zu Weihnachten gehören natürlich auch Geschenke. Das Parfüm für Mama, die Uhr für Papa, Schokolade für die Tante und das Malset für die Schwester, alles hübsch verpackt in teures Glanzpapier. Dazu noch Schleifen und Kärtchen. Das Christkind bringt einen Sack voller Geschenke – und verlässt die Stube mit einem Sack voller Abfall. Denn Geschenkpapier hat eine sehr kurze Halbwertszeit. Nach wenigen Minuten ist die Bescherung vollzogen und das Papier liegt in Fetzen am Boden. Aber nicht nur deswegen ist nichts mit Recycling: Oft ist Geschenkpapier mit Chemikalien beschichtet und gehört nicht ins Altpapier.

Wer an Geschenkpapier sparen will, kann sich an die Formel des englischen Wissenschaftlers Warwick Dumas von der Uni Leicester für die perfekte Verpackung halten: A = 2 (ab + ac + bc + c²). Zu kompliziert? Herkömmliches braunes Packpapier lässt sich nicht nur recyceln, es lässt sich bemalen und dekorieren und bietet deshalb viel Raum für bunte Kreativität unter dem Weihnachtsbaum. Und warum nicht der Tageszeitung oder dem Werbeflyer noch einmal einen Auftritt gönnen, bevor sie definitiv im Altpapier landen?

Weiterführende Links:
utopia.de: Geschenke verpacken - 10 schöne und nachhaltige Ideen
umweltnetz-schweiz.ch: Geschenke ökologisch verpacken

Wer gerne in der Küche tüftelt weiss, kochen geht nicht ohne Verluste. Doch was beim Rüsten wegfällt, muss noch nicht verloren sein. Aus Rüeblischalen, welken Salatblättern und anderen Rüstabfällen lässt sich Biogas herstellen – wenn sie richtig gesammelt werden.

Kochen macht Spass und das Ergebnis kann sich meistens sehen lassen. Auf dem Weg zum leckeren Gratin oder Salat fallen beim Rüsten Zwiebel- und Kartoffelschalen, Gurkenenden und Pepperonikerne als Überbleibsel an. Doch was auf den ersten Blick wie Abfall aussieht, ist ein wichtiger Rohstoff. Küchenabfälle zählen zur Biomasse, also pflanzlichen und tierischen Materialien, die wir energietechnisch verwerten können. Im Vergärwerk entsteht aus den Küchenabfällen unter anderem Biogas, woraus Strom und Heizwärme produziert werden.

Voraussetzung dafür ist, dass die Küchenabfälle gesammelt werden und auch sortenrein im Vergärwerk ankommen. Fremdmaterial wie Plastiksäckchen und Verpackungsfolien sind für die Sammlung von Küchenabfällen nicht geeignet. Je reiner die Biomasse, desto effizienter kann daraus Energie entstehen, denn das Aussortieren von Kunststoffen bei der Vergärung ist enorm aufwendig und teuer. Deshalb gilt: Verpackungen immer entfernen und für die Sammlung keine Plastiksäcke verwenden. Benutzen Sie für das Sammeln der Küchenabfälle lieber dafür vorgesehene, kompostierbare Bioabfallsäcke (zum Beispiel CompoBag, Composack oder BioBag). Sie kommen der Vergärung nicht in den Weg, sind in vielen Läden erhältlich und ganz einfach am weissen Gitteraufdruck zu erkennen. Wer also seine Küchenabfälle mit dem Bioabfallsack auf die Reise schickt, stellt sicher, dass das Beste aus Ihnen herausgeholt werden kann.

Stadt Baden >>

Weiterführende Links:
Bundesamt für Umwelt BAFU: Biogene Abfälle
nachhaltigleben.ch: Biomasse ist eine wichtige Energiequelle
Biomasse Suisse.ch

Beim Sammeln von Glas, PET und Papier kann uns keiner etwas vormachen. Die Schweiz ist Weltmeisterin im Recyceln. Bei den Batterien sind wir allerdings noch nicht ganz so weit. Die Zahlen zeigen, dass es hier noch Luft nach oben gibt.

Kaum zu glauben: Trotz Akkus und Digitalisierung gehen in der Schweiz noch immer jährlich 120 Millionen Gerätebatterien über die Ladentische. Sie stecken in Spielzeugen, Lampen, Fernsteuerungen und Uhren. Sind sie erst mal leer, wissen viele nicht, wohin damit. Jede dritte verbrauchte Batterie landet bei uns im Abfall. Das ist schade, denn Batterien bestehen zu einem grossen Teil aus wiederverwertbaren Materialien. Werden die Batterien recycelt, können diese Wertstoffe zurückgewonnen werden. Gleichzeitig wird so die Umwelt vor Schwermetallen geschützt, die ebenfalls in den beliebten Energieträgern stecken. Batterie-Recycling ist bei uns in der Schweiz deshalb sogar gesetzlich vorgeschrieben. Der Battery-Man aus der Werbung macht‘s vor: Überall wo man welche kaufen kann, darf man sie auch gratis zurückgeben. Deshalb gibt es in der Schweiz auch mehr als 12‘000 Sammelstellen.

Und übrigens: Das Gleiche gilt für ausgediente Akkus. Auch sie können an jeder Verkaufsstelle gratis zurückgegeben werden.

Recycling MAP >>

Weiterführende Links:
Bundesamt für Umwelt >>
Batterieverband >>

Handys geraten schnell aus der Mode. In der Schweiz verstauben schätzungsweise rund acht Millionen ausrangierte Handys in Schubladen. Mit dem Recycling dieser Altgeräte könnten rund 336 Kilogramm Gold zurückgewonnen werden.

Elektrogeräte wie Tablets und Smartphones sind aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Was vielen nicht bewusst ist: In diesen Geräten stecken viele wertvolle Rohstoffe wie Gold, Seltene Erden, Kupfer oder Aluminium. Diese Stoffe sind nicht unproblematisch: Ihr Abbau belastet die Umwelt und die Gesundheit der Menschen in den Abbaugebieten. Durch das Recycling der Geräte lassen sich kostbare Rohstoffe zurückgewinnen und die problematischen Auswirkungen des Abbaus reduzieren. Wir Schweizerinnen und Schweizer entsorgen pro Jahr bereits rund 700‘000 Handys. Doch noch immer liegen Millionen ausgedienter Geräte in Schubladen herum. Dabei ist es in der Schweiz ganz einfach, Elektrogeräte richtig zu entsorgen: Beim Kauf jedes elektrischen Geräts bezahlen Sie heute schon eine im Preis enthaltene vorgezogene Recyclinggebühr (vRG). Deshalb können Sie Ihr altes Handy gratis überall dort zurückgeben, wo Mobiltelefone verkauft werden, zum Beispiel bei der Post. Alternativ nimmt auch der Recyclinghof ausrangierte Tablets und Smartphones zurück.

Übrigens: Abfall zu vermeiden ist immer besser als ihn zu recyceln. Wer noch mehr für die Umwelt tun will, braucht sein Handy länger als bis zum Erscheinen des neuen Modells.

Entsorgungswesen Stadt Baden >>
Abfallkalender 2017 Stadt Baden >>

Weiterführende Links:
eRecycling >>
Welche Schätze in Handys schlummern >>

Was hat die rezyklierte PET-Flasche mit Ihrer Jacke zu tun? Richtig, aus den gesammelten PET- Getränkeflaschen lassen sich nicht nur neue Flaschen herstellen, sondern auch Fleece-Jacken, Rucksäcke und vieles mehr.

PET-Getränkeflaschen sind wertvolle Begleiter auf der Wanderung, in der Badi oder beim Sport. Wir Schweizerinnen und Schweizer löschen unseren Durst jedes Jahr mit Getränken aus mehr als 1.5 Milliarden PET-Flaschen. Einen grossen Teil der Flaschen bringen wir auch wieder zurück ins Recycling ? 2015 wurden 83 Prozent recycelt. Im Vergleich zu anderen Ländern ist das richtig gut. Das Recycling der PET-Flaschen ist in der Schweiz ein nahezu geschlossener Kreislauf, denn PET behält beim Recycling alle seine Eigenschaften. Aus ungefähr 60 Prozent der gesammelten PET-Getränkeflaschen entstehen heute in der Schweiz wieder neue Flaschen. Das restliche PET-Rezyklat wird zum Beispiel zu Textilien wie Fleece-Jacken oder zu Kissenfüllungen verarbeitet. Es lohnt sich deshalb, PET-Getränkeflaschen auch unterwegs ins Recycling zu geben, statt sie in den nächsten Abfalleimer zu werfen. Zum Glück gibt es in der Schweiz fast an jeder Ecke einen blauen Sammelbehälter, insgesamt sind es mehr als 100‘000 Stück.

Und übrigens: PET-Flaschen lassen sich am nächsten Wasserhahn einfach wieder auffülle. Je länger die Flasche im Einsatz ist, umso besser wird ihre Ökobilanz.

Entsorgungswesen Stadt Baden >>
Abfallkalender 2017 Stadt Baden >>

Weiterführende Links:
petrecycling >>

Wälder gehören weltweit zu unseren wichtigsten Ressourcen. Wählen wir Recyclingpapier, helfen wir dabei, sie zu schonen. Das gilt nicht nur für Druck- und Kopierpapier, sondern auch für Haushalts- und Hygienepapier.

Oft sind es die kleinen, alltäglichen Dinge, die viel bewirken können. Und was gibt es alltäglicheres als den Gang zur Toilette? Und richtig, auch hier schlummert Potenzial. Knapp 10 Prozent des Papierverbrauchs in der Schweiz entfallen auf Haushalts- und Hygienepapier. Doch bislang sind wir Schweizerinnen und Schweizer noch keine grossen Helden, wenn es darum geht, die Umwelt im Badezimmer zu schonen. Der Verbrauch von Haushalts- und Hygienepapier ist in den letzten zehn Jahren um fast ein Viertel gestiegen, mit 21 Kilo pro Kopf und Jahr liegt er sogar weit über dem westeuropäischen Durchschnitt. Umso wichtiger ist es, gerade hier auf Recyclingpapier zu setzen. Die Herstellung von Recyclingpapier belastet die Umwelt 3- bis 5-mal weniger als die Herstellung von Frischfaserpapier. Toilettenpapier steht am Ende des Papierkreislaufs, es kann nicht mehr wiederverwendet werden. Während die Frischfasern im Klopapier deshalb nur einmal verwendet werden, sind die Fasern des Recyclingklopapiers vorher schon mehrfach an anderem Ort genutzt worden, zum Beispiel für Zeitungs- oder Briefpapier. Wer also auch am stillen Örtchen an die Umwelt denkt, setzt auf Papier mit Vorgeschichte.

Weiterführende Links:
Ecopaper >>
WWF >>
Altpapier >>