Wetzel checkt’s

Ob Kochen, Waschen, Toilette oder Trinken: Ein Tag ohne Wasser ist undenkbar. Brunnenmeister Peter Wetzel und sein Team setzen alles daran, dass in Baden und mehreren umliegenden Gemeinden jederzeit einwandfreies Wasser zur Verfügung steht.

In seinem Fall bedeutet Wasser nicht nur Leben, sondern auch Lebensunterhalt: Brunnenmeister Peter Wetzel arbeitet seit rund dreissig Jahren bei der Regionalwerke AG Baden. In seiner Funktion als Leiter Ressort Wasser ist er dafür zuständig, dass die Wasserversorgung jederzeit reibungslos funktioniert – nicht nur in Baden. «Zusammen mit meinem vierköpfigen Team garantieren wir auch den Betrieb und den Unterhalt der Wasserversorgung für Ennetbaden, Killwangen, Neuenhof und Spreitenbach.» Weiter hilft die RWB den Gemeinden Mellingen, Fislisbach, Birmenstorf und Ennetbaden bei Bedarf aus, insbesondere in den trockenen Sommermonaten. «Die Wasserreserven im Badener Boden sind riesig», sagt Wetzel. «Selbst wenn es ein Jahr lang nicht regnen würde, hätten wir noch genügend Wasser, um das gesamte Versorgungsgebiet zu beliefern.» Eine feudale Ausgangslage also, was die schier endlosen Wasserreserven betrifft. Trotzdem gibt es in der Badener Wasserversorgung viel zu tun. Wetzel checkt’s.

Peter Wetzel
Leiter Ressort Wasser

Wo benötigen die Stadtbrunnen Ihre Aufmerksamkeit?

«Wir reinigen wöchentlich sämtliche 42 Brunnen der Stadt. Oft hat es Steine darin oder Laub – und leider auch immer wieder unsachgemäss entsorgte Abfälle. Zudem beobachten wir die Algensituation. Sobald die Sonne scheint, bilden sich nämlich Algen, die wir entfernen müssen. Einige unserer Brunnen sind das ganze Jahr in Betrieb. Dabei fliesst das gleiche Wasser durch die Röhren wie aus den Haushaltshähnen. Es handelt sich um Grund- und Quellwasser aus 34 Quellen, das, sobald es rausgesprudelt ist, als Abwasser zurück in den Wasserkreislauf fliesst.»

Wie unterhalten Sie Reservoire, Leitungen und Pumpwerke?

«Die Wasserreservoire bilden die Ausgleichsreserve, sodass die gewünschte Wassermenge jederzeit verfügbar ist. Was tagsüber verbraucht wird und nicht aus Quellwasser nachfliesst, fördern wir nachts wieder aus dem Grundwasser. Die Anlagen werden automatisch gesteuert und überwacht, wobei wir in den letzten Jahren sämtliche Steuerungen ersetzt und auf den neusten Stand gebracht haben. Diese Systeme messen beispielsweise die Wasserstände in den Reservoirs und gleichen den Ist-Wert mit dem Soll-Wert ab. Ist der Reservoir-Stand zu tief oder zu hoch, folgt der automatische Ein- beziehungsweise Aus-Befehl an die Pumpen. Weitere Funktionen der Steuerung beinhalten beispielsweise die Überwachung der Raumfeuchtigkeit, der Wassertemperatur, der elektrischen Spannung und der Anlagesicherheit. Stimmt etwas nicht, schlagen die Systeme Alarm. Auch was die Leitungen betrifft, sind wir in Baden auf dem neusten Stand. Wir haben in den letzten Jahrzehnten einen Grossteil der Leitungen sukzessive ersetzt. Wasserrohrbrüche kommen heute kaum mehr vor.»

Wie stellen Sie die Wasserqualität sicher?

«Was die Qualitätsprüfung des Wassers betrifft, so ist die RWB sehr modern ausgestattet und überdurchschnittlich abgesichert. Nebst den gesetzlich regelmässig vorgeschriebenen Wasseranalysen, die wir zur Kontrolle ins Labor schicken, haben wir weitere Geräte installiert, welche die Wasserqualität permanent überwachen. An drei Grundwasserfassungen testen wir das Wasser laufend auf die Zusammensetzung und mikrobiologische Aspekte wie unerwünschte Bakterien. Das entspricht dem absolut neusten Stand der Technik.»

Können Sie uns ein paar Zahlen zum Wasserverbrauch in der Region nennen?

«Die RWB versorgt allein in Baden rund 20’000 Menschen mit frischem Wasser. Der Verbrauch pro Kopf und Tag beträgt im Durchschnitt etwa 280 Liter. Hochgerechnet ergibt das einen Tagesdurchschnitt von etwa 5600 m3 Wasser, das durch unsere Leitungen fliesst. Das entspricht rund zwei Millionen Kubikmeter geliefertem Grund- und Quellwasser pro Jahr. Gesamthaft verfügen wir in Baden zur Förderung und Speicherung des Wassers über drei Grundwasserfassungen, neun Reservoire, sieben Stufenpumpwerke. Das Leitungsnetz erstreckt sich über rund 110 Kilometer Länge – das entspricht zirka der Luftliniendistanz Baden – Chur. Es besteht aus Haupt- und Zuleitungen, wobei letztere das Wasser zu den Endkunden feinverteilen. Nebst der Feinverteilung in die Haushalte bedient unser Netz 42 Brunnen und 700 Hydranten, die den Löschschutz auf Stadtgebiet sicherstellen.»

Wasser marsch!

Tauchen Sie ein in die Wasserversorgung der Stadt Baden. Sehen Sie im Video, wie die Regionalwerke AG Baden Sorge trägt zum wichtigsten Lebensmittel und wie sie die einwandfreie Wasserversorgung jederzeit sicherstellt.

Wasser ist Leben